AMERIKA/BRASILIEN - Corona-Pandemie: Kirchennetzwerk REPAM warnt vor radikaler Verschlechterung der Lage in der Amazonasregion

Freitag, 19 Februar 2021   menschenrechte   armut   amazonasgebiet   ortskirchen  

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Manaus (Fides) – In einer "Botschaft der Solidarität mit den Völkern der Amazonasregion" bittet das panamoazonische Kirchennetzwerk REPAM angesichts der katastrophalen Entwicklung der letzten Wochen um Hilfe für die Völker des Amazonas.
"In den letzten Monaten wurde in der gesamten Amazonasregion ein alarmierender Anstieg der Covid-19-Infektionen und damit verbundenen Todesfälle beobachtet", hießt es in der am gestrigen 18. Februar veröffentlichten Erklärung. Dies isei eine Folge der "Mängel des Gesundheitssystems" und des "Mangels an Betten in Krankenhäusern, Sauerstoff und Schutzausrüstung" als Folgen von Armut und sozialer Ungleichheit.
Im Zusammenhang mit der Situation in Manaus und im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, wo in diesem Jahr fast 5.000 Menschen offiziell an Covid-19 starben, beklagt die Botschaft "das Fehlen einer effizienten Politik im Bereich der öffentlichen Gesundheit". Die Botschaft dokumentiert anhand einer Karte, die das REPAM seit dem 17. März 2020 veröffentlicht, in ihrem letzten wöchentlichen Bericht 2.025.223 bestätigte Fälle und 50.364 Todesfälle durch Coronaviren in ganz Amazonien und beobachtet eine radikale Verschlechterung der Situation in den letzten zwei Monaten.
Wie Fides berichtet (vgl.Fides 21/01/2021), versucht die Kirche durch die Verteilung von Hilfsmitteln und Präventionsmaßnahmen zugunsten der Schwächsten und der von den Regierungen im Amazonasgebiet vernachlässigten Gemeinschaften dieser Entwicklung aktiv entgegenzuwirken.
In der REPAM-Botschaft wird eshalb auch "die Anstrengung und das Engagement der im Amazonasgebiet tätigen katholischen Gemeinden für humanitäre Soforthilfemaßnahmen anerkannt, um die Auswirkungen der zweiten Welle der Pandemie zu mildern". Papst Franziskus unterstütze diese Initiativen mit "seinem Gebet, seiner Solidarität und seiner Nähe" mit “vielen Menschen, die Arbeit und wirtschaftliche Ressourcen anbieten, um sich um andere zu kümmern".
Das Kirchennetzweerk REPAM hebt die gemeinsame Arbeit mit dem Koordinator der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens (COICA) hervor, die ihre Kräfte im Rahmen der Kampagne "El Grito de la Selva - Voces de la Amazonia" bündeln, den Kampf der indigenen Völker für das Recht auf globale Gesundheit stärken soll. In diesem Zusammenhang werden auch die Regierungen mit Berufung auf Papst Franziskus aufgefordert, "alle Bemühungen um den Kauf und die Zuteilung von Impfstoffen für die Amazonasregion nicht zu scheuen".
(CE) (Fides 19/02/2021)


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