AFRIKA/NIGERIA - Corona-Pandemie: Regierung nutzt 425 zur Verfügung gestellte kirchliche Gesundheitseinrichtungen nicht

Dienstag, 16 Februar 2021   ortskirchen  

Abuja (Fides) - 425 Krankenhäuser und Kliniken, die im vergangenen Jahr von der nigerianischen Bischofskonferenz als Isolationszentren für COVID-19 angeboten wurden, wurden von der Regierung nicht genutzt. Dies bestätigen die Bischöfe des Landes.
"Die Regierung hat in ihrer Unfähigkeit dieses große Opfer der Kirche nie gewürdigt, sie hat nie eine der verschiedenen zur Verfügung gestellten Strukturen benutzt, noch hat sie jemals Dankbarkeit dafür gezeigt, und dennoch hat die Kirche den Armen in ländlichen Gebieten und wo immer sie sonst sind weiterhin Trost und Unterstützung angeboten“, heißt es in einer Erklärung, die vom Leiter der Abteilung der Kirche und der Gesellschaft der Nigerianischen Bischofskonferenz, Pfarrer Uchechukwu Obodoechina zum Welttag der Kranken veröffentlichten Erklärung.
Die Task Force des Präsidenten für COVID-19 hatte am 11. Mai 2020 die 36 Gouverneure aufgefordert, die Kirche zu bitten, Zugang zu ihren Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen, es in einigen Regionen des Landes möglicherweise dazu komme, dass die Anzahl der Corona-Infektionen andernfalls nicht zu bewältigen sei.
Pater Obodoechina beklagt sich darüber, dass "die Regierung die Strukturen der Kirche hätte nutzen und sie so auszurüsten sollen, dass sie allen in ländlichen Gebieten 100%ige Gesundheitsversorgung bieten können, da diese letztendlich für nigerianische Bürger bestimmt sind". „Die Regierung hat aber ein nicht funktionierendes Gesundheitssystem aufrechterhalten“, fügt der Prälat hinzu, „und nicht daran gedacht, die Kirche mit Subventionen zu unterstützen. Wir bitten die Regierung, die Zusammenarbeit mit der Kirche zu prüfen.“
In der Zwischenzeit warnte die Corona-Task Force des Präsidentenamtes (PTF), dass der Tod von 24 COVID-19-Patienten an einem Tag ein Weckruf für die Nigerianer sein sollte, und bezeugt dass das tödliche Virus immer noch im Land ist. Der Leiter der PTF hat deshalb auch neue Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gefordert, darunter eine Reduzierung der Besucherzahlen in Kultstätten auf 50% und ein Verbot für Ansammlungen von mehr als 50 Personen in Innenräumen.
(L.M.) (Fides 16/2/2021)


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