ASIEN/THAILAND - Bisher nur wenig Infizierte: Seit Weihnachten hat sich die Zahl der Ansteckungen verdreifacht

Donnerstag, 21 Januar 2021    

Chiangmai (Fides) - Bis vor Weihnachten war die Covid-19-Pandemie in Thailand im Vergleich zum Rest der Welt gut unter Kontrolle. "Seit Beginn der Pandemie hatten sich nicht mehr als 4000 Menschen mit dem Virus infiziert, mit insgesamt weniger als 60 Todesfällen", bestätigt Pfarrer Ferdinando Pistore, der als Fidei Donum-Missionar in der Gemeinde Lamphun lebt und arbeitet. "Leider wurde kurz vor Weihnachten auf dem Fischmarkt in der Provinz Samut Sakhon südlich von Bangkok ein Infektionsherd festgestellt, so dass bis zum 21. Januar mehr als 12.000 Fälle registriert wurden, wodurch sich die Zahl der Infektionen im Vergleich zur Zeit vor Weihnachten verdreifachte. Einige Provinzen, die meisten Schulen und einige Geschäfte wurden sofort geschlossen. Hier arbeitet ein erheblicher Teil der Bevölkerung ohne festes Gehalt, und in dieser Zeit hat die völlige Abwesenheit ausländischer Touristen zu ernsthaften täglichen wirtschaftlichen Problemen geführt“, so Pfarrer Ferdinando besorgt.
Der Priester selbst kam kurz vor Weihnachten nach Bangkok, nachdem er zwei Jahre lang als Gast in der Gemeinde Lamphun lebte, um dort an Thai-Sprachkursen teilnehmen zu können. Lamphun wird wie die Gemeinde Chaehom von Fidei Donum-Missionaren aus Norditalien betreut. Es sind die beiden einzigen Gemeinden in ganz Asien, die nicht von einer Ordensgemeinschaft betreut werden.
„Unsere Mission wird durch die Zusammenarbeit mit der norditalienischen Kirche ermöglicht. Dank dieser Partnerschaft werden die Grenzen der einzelnen Diözesen durch die Teilnahme an gemeinsamen Projekten überwunden“, erklärt Pfarrar Pistore. „Derzeit sind zwei von uns in Lamphun tätig, ich stamme aus der Diözese Vicenza und der andere kommt aus der Diözese Belluno, während zwei weitere Missionare, beide aus der Diözese Padua, in der Gemeinde Chaehom in der Provinz Lampang tätig sind. Die Diözese, in der wir unseren Dienst leisten, ist das Bistum Chiangmai im Norden Thailands, zu der vier Provinzen gehören. Eine davon ist Lamphun mit einem riesigen Gebiet von 4.506 km². Die Gemeinde existierte erst seit 10 Jahren, davor gab keine Kirche oder katholische Priester in der gesamten Provinz. Sie wurde 2011 gegründet und ist Bezugspunkt für die wenigen Katholiken, eine sehr kleine Minderheit, in dieser Provinz, die traditionell im Theravada-Buddhismus verwurzelt ist. Hinzu kommt die Fürsorge einer katholischen Gemeinschaft birmanischer Einwanderer, die aus Arbeitsgründen nach Lamphun kamen: viele von ihnen haben Schwierigkeiten, sich zu verständigen, da sie die thailändische Sprache nicht beherrschen. Der höchste Punkt der Provinz (1.200 m) ist das von dem Karen-Volk bewohnt dorf Papae, etwa 65 km von der Pfarrkirche des heiligen Franziskus in Lamphun entfernt. Hier in Papae hat sich eine kleine katholische Gemeinschaft gebildet. Es wurde die Kapelle der heiligen Klara gebaut und man versucht, dort oben auch regelmäßig die Sonntagsgottesdienste zu feiern, mit Hilfe einiger Nonnen, die derselben ethnischen Gruppe angehören und hier in der Gemeinde mit uns zusammenarbeiten. Hinzu kommen verschiedene soziale Projekte in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von fast ausschließlich buddhistischen Sozialarbeitern und Freiwilligen, die uns in einigen Dörfern begleiten, Notsituationen melden und als Vermittler für Kontakte und Stammessprachen fungieren."
Der Missionar betont abschließend jedoch auch, dass sich aufgrund der Pandemie "selbst in dem als" Land des Lächelns "bekannten Land die Sorgen und der Stress im Hinblick auf die aktuelle Situation und die Zukunft vermehren".
(FP/AP) (Fides 21/01/2021)


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