AFRIKA/SÜDAFRIKA - Bischöfe: “Beängistende Situation an den Grenzen durch Kontrollen im Zusammenhang mit der Pandemie”

Dienstag, 12 Januar 2021   bischöfe  

Johannesburg (Fides) - "Es ist eine beunruhigende Situation, die an den Grenzposten in Lesotho, Mosambik, Südafrika und Simbabwe zu Beginn und am Ende der Weihnachtsferien für viele Migranten aufgetreten ist, die in Südafrika leben und arbeiten", heißt es in einer gemeinsamen von Bischof Estanislau Marques Chindekasse von Dundo (Angola) und Bischof Willem Christiaans von Keetmanshoop (Namibia).
"Die Ursache für diese beunruhigende und chaotische Realität sind die enormen Verzögerungen bei der Ausarbeitung der Dokumentation sowie bei den Tests und Kontrollen in Zusammenhang mit Covid-19", bekräftigen die beiden Bischöfe, die bemerken, dass Hunderte von Menschen ohne Maske in überfüllten Räumen ohne Möglichkeit zur Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsregeln zusammengepfercht waren. Viele mussten übermäßig lange an Grenzposten und warteten darauf, getestet zu werden. Sie litten unter Dehydration und hatten keinen Zugang zu Nahrungsmitteln und sanitären Einrichtungen. Sogar diejenigen bereits einen gültigen Covid-19-Test hatten, blieben längere Zeit in der Warteschlange, so dass ihre Tests in der Zwischenzeit abliefen.
"Papst Franziskus ruft uns auf, die Geschichte zu verändern, auf den Schrei der Armen zu hören und uns dazu zu verpflichten, ihrer Marginalisierung ein Ende zu setzen", bekräftigen die beiden Prälaten. „Jeder Mensch, der die Grenzen seines Landes überschreitet, sucht Schutz und ein sicheres und besseres Leben für sich und seine Familie. Es sind unsere Brüder und Schwestern in Christus, die unser Verständnis, unsere Akzeptanz und unsere Zusammenarbeit brauchen. Die Medien berichteten, dass leider Hunderte von ihnen zurückkehren mussten, weil sie nicht über die richtigen Unterlagen verfügten, um auswandern zu können.“
"Es ist wichtig zu betonen, dass alle Länder verpflichtet sind, die globalen Richtlinien der Covid-19-Pandemie zu befolgen, nach denen Reisende einen negativen Coronatest vorweisen müssen, und sicherzustellen, dass Menschen nicht infiziert sind und um die Ausbreitung des Virus zu verhindern“, heißt es in der Botschaft, in der die Bischöfe hinzufügen, dass „die schmerzhafte Situation der Einreise, insbesondere an den Landgrenzen, die unzähligen Herausforderungen aufgezeigt hat, denen sich die verschiedenen Regierungen und Organisationen der Zivilgesellschaft in der Region stellen müssen“.
"Es gibt keine Hoffnung, die Ausbreitung der Pandemie erfolgreich einzudämmen, wenn die Regierungen die Menschen nicht an die erste Stelle setzen", sagen die Bischöfe. "Jede Maßnahme im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die den Menschen nicht in den Mittelpunkt stellt, ist nur eine Zurschaustellung der Regierungen des südlichen Afrikas."
In Südafrika wurden rund 1,2 Millionen Fälle von Covid-19 registriert. In jüngster Zeit gab es aufgrund einer neuen Variante des Virus, bei der die Zahl der Ansteckungen um fast ein Drittel gestiegen ist, einen Anstieg der Infektionen. Nach Angaben der afrikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten wurden seit Beginn der Pandemie mehr als drei Millionen Infektions-Fälle auf dem afrikanischen Kontinent registriert, wobei Südafrika über 30% der Fälle meldet.
(L.M.) (Fides 12/1/2021)


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