AFRIKA/KENIA - Gemeinsame Erklärung christlicher Konfessionen zur Pandemie: „Wir sind zutiefst besorgt“

Dienstag, 15 Dezember 2020   Ökumene  

Nairobi (Fides) - "Wir sind zutiefst besorgt über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unser Land", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung am Ende eines von der Justia-et-Pax-Kommission der Katholischen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem National Council of Churches of Kenya organisierten Treffens.
Die christliche Religionsvertreter zeichnen ein dramatisches Bild der von der Pandemie geprägten Situation: „Familien wurden auseinandergerissen; Männer und Frauen sind weiterhin durch den Verlust von Arbeitsplätzen verarmt; Kindesmisshandlung und geschlechtsspezifische Gewalt haben zugenommen; die Gesundheit und das Wohlbefinden Kenias sind am Boden, da die medizinischen Einrichtungen und das Personal einen Bruchpunkt erreicht haben und gemeinschaftliche Gottesdienste wurden ausgesetzt “.
Die führenden Vertreter der wichtigsten christlichen Konfessionen fordern die Gläubigen auf, „sich gegenseitig zu helfen und zu vermeiden, die mit dem Virus Infizierten zu stigmatisieren“ und bitten um „Unterstützung der örtlichen Gemeinden, um die Kontinuität des pastoralen Dienstes in Notfällen zu gewährleisten“. Sie appellieren an die kenianische Regierung, „das Wohlergehen der Menschen und nicht nur die Interessen der politischen Führung bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu priorisieren und ernsthafte Berichte über Korruption bei der Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen für das Pandemiemanagement aufnehmen“. Die Versorgung der von Covid-19 betroffenen mittellosen Menschen müsse finanziert und ein konstruktiver Dialog auf den Weg gebracht werden, „um den Streiks von Ärzten und Krankenschwestern ein Ende zu setzen. “
In Bezug auf die geplante Wiedereröffnung von Schulen im Januar 2021 unterstreichen christliche Führer „die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass die Schulen bereit und sicher sind, damit Kinder lernen können, ohne sich dem Covid-19-Virus auszusetzen“. Die öffentlichen Schulen seien bereits vor Ausbruch der Pandemie überfüllt gewesen und die Situation werde sich nach der Schließung vieler privater Einrichtungen voraussichtlich verschlechtern. „Darüber hinaus dürften Eltern aufgrund der verheerenden Auswirkungen der Pandemie Schwierigkeiten haben, mit den Anstieg der Schulgebühren zu verkraften“, heißt es in der Erklärung." Die Konferenzteilnehmer kommen deshalb zu dem Schluss: „Wir empfehlen der Regierung, dafür zu sorgen, dass angemessene Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, so dass das Gesundheitssystem bereit ist, alle Behandlungskosten für alle Schüler zu decken, die sich infizieren. Parallel dazu sollte bei der Wiederaufnahme des gemeinsamen Lernens eine psychosoziale und spirituelle Unterstützung gewährleistet werden. Falls erforderlich, kann das Bildungsministerium dabei auch religiöse Einrichtungen einbeziehen, damit diese als Unterrichtsräume genutzt werden können, um den Anforderungen der Abstandsregeln gerecht zu werden. "
(L.M.) (Fides 15/12/2020)


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