AFRIKA/KENYA - Krankenhausstreiks: Bischöfe fordern konstruktiven Dialog

Freitag, 11 Dezember 2020   gesundheitswesen   bischöfe  

Nairobi (Fides) - "Das Leid, dem Patienten jedes Mal ausgesetzt sind, wenn Ärzte und Krankenschwestern streiken, sollte uns daran erinnern, dass die Rettung von Menschenleben sowohl für die Regierung als auch für das medizinische Personal immer Priorität haben sollte", so die Bischöfe von Kenia in einer gemeinsamen Erklärung.
„Wir erinnern darann, dass die Streiks von Ärzten und Krankenschwestern in Kenia nunmehr seit über 20 Jahren andauern. In den letzten Monaten haben Ärzte und Krankenschwestern immer wieder ihre Arme verschränkt, um gegen den Mangel an staatlicher Unterstützung zu protestieren, während sie an vorderster Front stehen, um die Ausbreitung von Covid-19 zu bekämpfen. Infolgedessen sterben Patienten, Krankheiten verschlimmern sich. Anstatt Leben zu retten oder das Leiden der Patienten zu lindern, sind immer mehr Menschen betroffen“, heißt es weiter.
Die Gewerkschaft der Krankenschwestern (Kenia National Union of Nurses KNUN) hat die Entschädigung der Familien der 26 Krankenschwestern, die an Covid-19 gestorben sind, zur Bedingung für das Ende des Streiks gemacht. Laut Seth Panyako, Generalsekretärin der KNUN, sind rund 23.000 Krankenschwestern den Streikaufrufen der Gewerkschaften gefolgt und werden erst dann wieder ihren Dienst aufnehen, wenn ihre Forderungen erfüllt sind. Dazu gehören die Bereitstellung von Material zum persönlichen Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie die Auszahlung von Zahlungsrückständen und Zulagen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Pandemie.
Um die Krise zu überwinden, fordern die Bischöfe einen "konstruktiven Dialog". „Wir sehen, dass Ärzte und Krankenschwestern nicht angehört wurden“, fährt die Botschaft fort.
„Während unsere Wirtschaft von den Auswirkungen von Covid-19 in Mitleidenschaft gezogen wird, müssen wir Ärzte unterstützen, die ihr Leben riskieren, um unser Leben zu retten. Wir müssen alles tun, um ihnen die besten Arbeitsbedingungen zu bieten. Andernfalls gefährden wir das Leben von Millionen Kenianern, die sich die Kosten eines privaten Krankenhauses nicht leisten können “, mahnen die Bischöfe abschließend.
(L.M.) (Fides 11/12/2020)


Teilen: