AFRIKA/SÜDAFRIKA - Bischöfe: “Vergnügungssucht darf nicht zum Verstoß gegen Corona-Regeln führen“

Mittwoch, 2 Dezember 2020   bischöfe   papst franziskus  

Johannesburg (Fides) - "Die Menschen sind der Beschränkungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie müde", stellt der Voristzende der Bischofskonferenz des Südlichen Afrika (Südarfika, Botswana und Eswatini), Bischof Sithembele Sipuka von Mthatha, in seiner Botschaft zum Jahresende fest.
„Den meisten Berichten zufolge ist das Wachstum der Infektionen in der zweiten Welle hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Menschen die Präventionsmaßnahmen gegen die Verbreitung von Covid-19 nicht einhalten. Was besorgniserregend ist, ist, dass diese Maßnahmen nicht aus lebenswichtigen Gründen verletzt werden, zum Beispiel um Hilfsmittel oder Lebensmittel zu besorgen, sondern aus kulturellen Gründen und für Freizeitaktivitäten“, beklagt Bischof Sipuka.
Als Beispiel nennt der Bischof traditionelle Bestattungszeremonien (Imicimbi), bei denen die Menschen in engem physischen Kontakt kommen.
"Die Nichteinhaltung der Regeln zur Eindämmung von Covid-19 aus Gründen der Freizeitgesteltung, die bei Gruppentreffen und Partys, wird größtenteils von jungen Menschen begangen. Diese Praktiken bieten die perfekte Gelegenheit für die Verbreitung des Virus und als geistliche Begleiter sind wir, ob wir es mögen oder nicht, für Folgen dieser tödlichen Verhaltensweisen mitverantwortlich, also müssen wir etwas gegen dieses Problem unternehmen“, betont Msgr. Sipuka.
Laut dem Vorsitzenden der SACBC, ist Wurzel der Zusammenkunft junger Menschen, die sich zum Feiern treffen und die Gefahr der Übertragung von Covid-19 ignorieren, "die vorherrschende hedonistische Kultur, die das Streben nach Vergnügen um jeden Preis propagiert, auch wenn das bedeutet, andere in Gefahr zu bringen“. "Gegen diese Form der Selbstsucht sind der Wert der menschlichen Solidarität, die Papst Franziskus in seiner neuesten Enzyklika “Fratelli tuttei“ aufzeigt und der Wert, auf das momentane Vergnügen für das Gemeinwohl zu verzichten, alternative Werte, die wir jungen Menschen präsentieren könnten", so Bischof Sipuka vor. "Noch wichtiger ist, dass wir betonen, dass das derzeitige Unbehagen, das durch die Corona-Gesetzgebung verursacht wird, nichts ist im Vergleich zu den Schäden für das soziale Leben und die Wirtschaft, die durch die Covid-19-Infektion entstehen werden. Es wird viele Tränen und großes Leid geben!" schließt der Bischof.
Bis Ende November gab es in Südafrika 775.502 Infizierte und 21.201 Tote im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.
(L.M.) (Agenzia Fides 2/12/2020)


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