AMERIKA/NICARAGUA - Corona-Pandemie: Pfarreien versuchen trotz eigener schwieriger Finanzlage den Ärmsten zu helfen

Donnerstag, 29 Oktober 2020   armut   krisengebiete   wirtschaft   politik   ortskirchen  

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Managua (Fides) - Die wirtschaftliche Situation in Nicaragua ist aufgrund der Pandemie für viele Familien und insbesondere für die Ärmsten, aber auch für Pfarreien, die von den Opfergaben der Gläubigen leben, zunehmend ernster geworden. Erzbischof von Managua, Kardinal Leopoldo Brenes, bestätigt im Interview mit der Zeitung "La Prensa": "Für unsere 115 Pfarreien in der Erzdiözese Managua wird es immer schwieriger, den Verpflichtungen für die Grundversorgung und Instandhaltung der Pfarrinfrastruktur nachzukommen"." Ich habe mit den Priestern gesprochen“, so der Kardinal, “und sie sagten mir, dass die Pfarreien ihre Strom- und Wasserrechnungen nicht bezahlen können, auch wenn sie auf ihr eigenes Gehalt verzichten, und dass dies nur mit Hilfe der Gläubigen möglich ist. Und wir wissen, dass trotz allem, die Kosten für die Dienstleistungen gestiegen sind".
Trotzdem "versuchen viele Gemeinden weiterhin, Lebensmittel an die Ärmsten zu verteilen, die unter dieser Pandemie am meisten leiden", betont Kardinal Brenes.
Auch der Generalvikar der Erzdiözese, Mgr.Carlos Aviles, beklagt gegenüber der Presse, dass die Kosten für die Dienstleistungen gestiegen und übermäßig hoch seien und dass wegen der Schließung der Kirchen keine Spenden gesammelt werden können, weshalb die Situation der Pfarreien oft kritisch sei.
In diesen Tagen wurde im Parlament der Staatshaushalt vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass sich das Land in einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Wie die lokale Presse betont geht die Krisee auf das Jahr 2018 zurück, als im April die gewaltsamen Unterdrückung von Protesten durch die Regierung begann, was viele Unternehmen zu Schließung zwang, ausländische Investitoren dazz bewog, sich aus dem Land zurückzuziehen. Infolge der Pandemie hat sich die Krise weiter verschärft.
(CE) (Fides 29/10/2020)


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