ASIEN/KAMBODSCHA - Bischof Figaredo: "Die Glaubensperspektive der Armen und Kleinen berührt mein Herz"

Donnerstag, 22 Oktober 2020 solidarietät     ortskirchen   religiöse minderheiten   evangelisierung   mission  

Battambang (Fides) - "Wir sind hier, um das Gemeinwohl und eine integrative Gesellschaft zu fördern und jedem Mann und jeder Frau die Lebensfreude in Christus zu schenken. Als Gläubige der Auferstehung verkünden wir als Männer und Frauen der Hoffnung eine positive Vision von Hoffnung, Freude und Glück", so beschreibt Bischof Enrique Figaredo Alvargonzalez SJ, spanischer Jesuit und Apostolischer Präfekt von Battambang, die Mission der Kirche in Kambodscha. Erzbischof Figaredo ist bekannt für sein unermüdliches Engagement für humanitäre Hilfe für die Ärmsten, Bedürftigsten und Verletzlichsten in Kambodscha. Er kam 1985 als Missionar nach Kambodscha und wurde 2000 zum Apostolischen Präfekten von Battambang ernannt. Dort gründete er Schulen, Krankenhäuser und Einrichtungen, um den Ausgegrenzten in der Gesellschaft zu helfen, wobei er der Bildungsarbeit stets größte Aufmerksamkeit widmete. 1991 gründete er in Phnom Penh das Haus "Banteay Prieb" ("Das Haus der Taube"), in dem von Minen verstümmelte Kinder bei ihrem Wachstum begleitet werden und Menschen mit Behinderungen Rollstühle nach dem in der Mekong-Region verwendeten Modell bauen können (ein Holzrollstuhl mit drei Rädern): deshallb erhielt er auch den Spitznamen "Bischof der Rollstühle". In Battambang, wo er für eine Gemeinde mit etwa 5.000 Katholiken vernatwortlich ist, gründete er das "Arrupe Center" und förderte die Entwicklung in der gesamten Diözese mit Bildungsprojekten, Möglichkeiten der Berufsausbildung für Erwachsene, Infrastruktur und humanitärer Hilfe.
Der Bischof, der anlässlich des Monats der Weltmission im Oktober in Battambang von einem Team der Päpstlichen Missionswerke in Australien ("Catholic Mission") im Interview zu seiner Tätigkeit befragt wurde spricht auch über die Verkündigung des Evangeliums durch die "Wiederherstellung der Würde der verstümmelten Kinder", damit sie weiterhin mit einem Lächeln auf den Lippen leben können. "In Zukunft möchte ich glücklich sein, sagte mir einer von ihnen", berichtet der Bischof „Das Geheimnis dabei sei, so der Junge, dass sich jeder um den anderen kümmert, in der Familie, in der Dorfgemeinschaft. Gegenseitige Liebe ist der Schlüssel zum Glück. Diss ist das Zeugnis des Glaubens, mit dem Kleine und Arme, uns jeden Tag das Evangelium verkünden", bemerkt er. Der Apostolische Präfekt fährt fort: "Gott zeigt mir, dass ich ihm im Volk begegnen kann: In den Armen, in den Ausgegrenzten gibt er mir die Gnade, die Funken seiner Gegenwart zu sehen. Es ist wirklich aufschlussreich für mich, abgelegene Dörfer zu besuchen. Ein alter Mann berichtete mir von ihrem schwierigen Leben, aber er sprach mit einer gelassenen Vision der Zukunft: Wir sind zusammen, sagte er, um die Zukunft aufzubauen, und wir vertrauen auf Gott. Ich kann von diesen Menschen lernen, diese Perspektive des Glaubens berührt mein Herz."
Als kleine christliche Gemeinschaft in einem Land mit buddhistischer Mehrheit wolle man im Dialog und im Pluralismus “das friedliche Zusammenleben zwischen den Kulturen fördern. Ethnien, verschiedene Glaubensrichtungen fördern“, so der Bischof abschließend.
In Kambodscha gibt es bei insgesamt rund 16 Millionen Einwohnern etwa 20.000 katholische Gläubigen, die zwischen dem Apostolischen Vikariat von Phnom Penh, der Apostolischen Präfektur Battambange und der Apostolischen Präfektur Kompong Cham aufgeteilt sind. 2005 feierte die katholische Kirche ihre 450jährige Präsenz im Land, die 1555 mit der Ankunft des Missionars Pater Gaspar Da Cruz (OP) begann.
(PA) (Fides 22/10/2020)


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