ASIEN/SYRIEN - Präsident Assad gibt “Holy Land College” in Aleppo an Franziskaner zurück

Donnerstag, 17 September 2020 mittlerer osten   franziskaner   krisengebiete   dschihadisten   schule    

Ora pro Siria

Aleppo (Fides) - Das ehemalige "Holy Land College" der Kustodie der Franziskaner im Heiligen Land in Aleppo, wurde vom syrischen Staat offiziell an die Franziskaner der Provinz des heiligen Paulus. Dies berichtete Pater Firas Lutfi von Kustos der Provinz des heiligen Paulus in Syrien, Libanon und Jordanien in einem Brief, der von der katholischen Gemeinde des lateinischen Ritus in Aleppo veröffentlicht wurde und auch auf Facebook zugänglich ist.
In dem Brief vom 8. September wird der Gebäudekomplex als ein Ort beschrieben, "der seit seiner Gründung als weiterführende Schule eine wichtige Rolle gespielt hat", eine Bildungseinrichtung, an der "viele Ärzte, Ingenieure und öffentliche Persönlichkeiten ihren Schulabschluss gemacht haben". Auch nach der Verstaatlichung der Schulen durch das syrische Regime, so Pater Firas, sei das „Holy Land College“ „ein wichtiger Ort für die christliche Präsenz in Aleppo geblieben, vor allem dank der Aktivitäten des ‚christlichen Bildungszentrums‘“. "Seit Beginn der verheerenden Krise, die unser geliebtes Land heimgesucht hat", fügt Pater Firas hinzu, "haben die Franziskaner in ihrer Mission Familien aufgenommen, die dringend einen Zufluchtsort brauchten, der ein wenig Stabilität und Hoffnung für ihr Land und in ihr kulturelles Erbe bietet. Täglich strömten Hunderte von Kindern aus Aleppo ins Kloster, das Tag für Tag immer mehr zu einer Oase der Liebe, Begegnung und des Friedens geworden ist."
Dank des "lang erwarteten Geschenks", das wir "aus den Händen der Jungfrau Maria" erhalten haben, heißt es in dem Brief, seien die Franziskaner in der Lagen, ihre Mission im Dienste des syrischen Volkes, das "von Krieg, Epidemien und Leiden aller Art betroffen ist", besser zu erfüllen. In seinem Brief bittet der Franziskanerpater auch Gott, „dem Präsidenten Bashar Hafez al Assad alle seine Gnaden zu schenken, weil er uns mit diesem Geschenk beglückt hat, das uns allen so sehr am Herzen liegt ".
Bei einem Treffen mit Präsident Bashar Assad am 23. Dezember 2019 (siehe Foto) baten die Franziskaner, wie von „Pro Syrien“ berichtet, das Grundstück und die Struktur an die „Kustodie des Heiligen Landes“ zurück zu geben. Der syrische Präsident hatte damals versprochen, „sich dafür einzusetzen“.
Derzeit leben in Syrien insgesamt 15 Franziskaner. Die Pfarreien der Dörfer Knayeh und Jacoubieh im Orontes-Tal sind dank des von ihres Seelsorgedienstes aktiv, obwohl sie sich in Gebieten befinden, die von dschihadistischen Milizen besetzt sind. Erst vor kurem sind in Syrien zwei Franziskaner - Pater Edward Tamer (83) und Pater Firas Hejazin (49) - gestorben, an den Folgen einer Covid 19-Erkrankung gestorben.
(GV) (17/09/2020)


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