AMERIKA/BRASILIEN - Tag der Unabhängigkeit: “Wir müssen den Reichtum sehen, der sich in den Unterschieden verbirgt“

Montag, 7 September 2020 fest     bischofskonferenzen   einheit   armut    

Brasilia (Fides) - "Der Unabhängigkeitstag sollte nicht als einfacher Feiertag erlebt werden, sondern als Moment, die Überzeugung zu feiern, dass alle Brasilianer ohne Unterschied, voneinander abhängig sind. Ein besseres, gerechteres und brüderlicheres Land kann nicht mit Feindseligkeit aufgebaut werden“, heißt es in einer Videobotschaft zum Unabhängigkeitstag Brasiliens des Vorsitzenden der Brasilianischen Bischofskonferenz Erzbischof Walmor Oliveira de Azevedo von Belo Horizonte, zum Fest der Unabhängigkeit am heutigen 7. September. In seinr Botschaft bekräftigt der Erzbischof die Bedeutung von Demokratie und Bürgerbeteiligung als Wege, die es ermöglichen, die Unterschiede zu einem Faktor des Wohlstands und des Aufbaus der Gegenwart und der Zukunft Brasiliens zu machen, insbesondere als Antwort auf die Herausforderungen, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben.
"Wir feiern einen Unabhängigkeitstag, der von Trauer und Krankheiten geprägt ist", unterstreicht der Vorsitzende der Bischofskonferenz mit Bezug auf die Covid-19-Pandemie und fordert: "Dieser herausfordernde Moment, mit dem wir uns konfrontiert sehen, wird die starke brasilianische Gesellschaft nicht besiegen, die weiß, wie man kämpft". „ Sie hat viele andere Widrigkeiten überwunden. Am Ende siegt immer das Leben, das zeigt uns unser Meister Jesus… Gemeinsam werden wir eine neue Ära aufbauen, die auf der Stärke der Solidarität basiert“, so Erzbischof Oliveira de Azevedo.
In seiner Botschaft verurteilt Erzbischof Oliveira de Azevedo das feindliche Klima, das durch die Verbreitung von Hassbotschaften durch soziale Netzwerke entsteht, die das Land von Brüderlichkeit, Respekt vor Unterschieden und Dialog entfernen. "Die Kultur der verantwortungsvollen Teilhabe und der Bürger muss angesichts undemokratischer Demonstrationen unerschütterlich bleiben, und in allen Debatten sollte das Prinzip der Solidarität vorherrschen", betonte er in seiner Botschaft. Die Unabhängigkeit Brasiliens müsse jeden Tag aufgebaut werden. "Die Demokratie und ihre Institutionen müssen erhalten und gestärkt werden", sagte der Erzbischof und forderte die Achtung der Verfassung von 1988.
Anlässlich des Tages der Unabhängigkeit lädt der Erzbischof von Belo Horizonte ein, an arbeitslose oder unterbeschäftigte Brasilianer zu denken und auf den Schrei der Ärmsten und Schwächsten zu hören und das Engagement für das Leben zu erneuern. Der Erzbischof kommt zu dem Schluss: "Dieser 7. September, unser Unabhängigkeitstag, ist für uns eine anregende Herausforderung. Jeder von uns Brasilianern muss die vielen Reichtümer sehen, die sich in unseren Unterschieden verbergen. Es ist vor allem wichtig zu erkennen, dass alle Menschen einander ähnlich sind, wir sind Brüder und Schwestern. Wenn die Würde des menschlichen Lebens anerkannt wird und wir wissen, dass wir alle Söhne und Töchter Gottes sind, wird die Treue zu den ethischen Grundsätzen, die das Zusammenleben garantieren, gestärkt“.
(SL) (Fides 07/09/2020)


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