AMERIKA/BOLIVIEN - Angesichts steigender Infektionszahlen halten Bischöfe die Durführung der bevorstehenden Präsidentschaftswahl für „nicht angebracht“ ”

Freitag, 24 Juli 2020   wahlen   politik   bischofskonferenzen  

Iglesia viva

Sucre (Fides) - Der Präsident der Bolivianischen Bischofskonferenz (CEB), Erzbischof Ricardo Centellas von Sucre, bekräftigt die Position der katholischen Kirche in Bolivien und betont deren die Priorität, die den Schutz der Gesundheit und des Lebens der Bolivianer mit Blick auf die für 6.September geplanten Präsidentschaftswahlen in den Mittelpunkt zu stellen: "Mit zunehmender Anzahl von Ansteckungen ist es nicht angebracht, die Wahlen abzuhalten", betont er in einem von der Bischofskonferenz veröffentlichten Video. Der Erzbischof bittet auch darum, die Demokratie nicht aus den Augen zu verlieren und die Teilnahme möglichst vieler Menschen an den Wahlen zu gewährleisten: "Wenn die Infizierten weiter zunehmen und es keine Abwärtskurve gibt, ist dies sehr riskant und es ist nicht zweckmäßig, die Wahlen durchzuführen."
In seiner Erklärung bekräftigt Erzbischof Centellas, dass "Politik als solche im Dienst des Lebens steht, im Dienste der Integrität der Person, der Gesundheit" und betont in einem Appell an das Obersten Wahlgericht, dass "jede getroffene Entscheidung jederzeit revidiert werden kann, damit die Gesundheit aller Bolivianer im Vordergrund steht“.
Der Vorsitzende der CEB unterstreicht die Krisensituation, unter der die ganze Welt leidet und die Bolivien insbesondere im Gesundheitssystem erlebt: "Vor Monaten habe ich darauf hingewiesen, dass das Gesundheitssystem bereits vor dem Ausbruch der Pandemie zusammengebrochen war", und wie andere öffentliche Dienstleistungen nicht „funktioniert“. „Es ist unglaublich, dass er nicht einmal die Toten begraben können“, beklagt er und fordert die zuständigen Behörden auf, "extreme Ressourcen zu mobilisieren".
„Es werden neue politische Führungskräfte benötigt, die etwas von Politik verstehen“ , der Vorsitzende der Bischofskonferenz, „Politik ist keine Gelegenheit, Geld zu verdienen, Politik ist ein Dienst am Gemeinwohl, daran zu arbeiten, dass jeder Bolivianer in Würde lebt". „In Bolivien wird sich an dem Tag etwas ändern, an dem ein Politiker die öffentliche Verantwortung übernimmt, der Partei- und Eigeninteressen vergessenkann", so der Bischof abschließend.
Bereits in einer sm 10. Juni veröffentlichten gemeinsamen Pressemitteilung erinnerte die Bischofskonferenz an die gemeinsame Verantwortung aller Bolivianer für das soziale Leben des Landes und mahnten zur Vorsicht, um Covid-19-Infektionen zu vermeiden (vgl. Fides 12/06/2020). Für die CEB besteht die Priorität in dieser Zeit der Pandemie darin, die Gesundheit der Bolivianer zu schützten und auf den Rat von Experten auf dem Gebiet der Gesundheit zu hören, wenn es darum geht Entscheidungen treffen zu können, die das Gemeinwohl betreffen.
(SL) (Fides 24/7/2020)


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