ASIEN/HEILIGES LAND - Corona-Pandemie: Lateinisches Patriarchat schließt Kleines Seminar für das kommende Schuljahr

Donnerstag, 23 Juli 2020 mittlerer osten   jerusalem   seminaristen   bildung   priester     berufungen  

Arcivescovo,Pizzaballa coi seminaristi di Beit Jala(santosepolcro.va)

Beit Jala (Fides) - Das kleine Seminar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem kündigt die Aussetzung von Studiengängen und Ausbildungsaktivitäten für das SchulJahr 2020-2021 an. Verschiedene Faktoren tragen nach Aussage der Schulleitung dieser schmerzhaften Entscheidung bei. Dabei geht es auch um die Folgen der Gesundheitkrise, nachdem auch das Heiligen Land im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie spürt.
Die Situation des Seminars in der palästinensischen Stadt Beit Jala in der Nähe von Bethlehem und die Planung der Aktivitäten des nächsten Schuljahres standen im Mittelpunkt eines Treffens, das am 13. Januar unter Beteiligung von Priestern und großen Seminaristen der Institution stattfand. Doch angesichts der Folgen der Pandemie musste die Leitung des lateinischen Patriarchats und der Bildungseinrichtung zu dem Schluss kommen, dass die normale Planung von Aktivitäten für die Schüler des kleinen Seminars für das nächste Jahr als nicht praktikabel zu betrachten sei. Der Rektor des Seminars, Pater Jacob Rafidi, teilge deshalb in einem Schreiben mit, dass diese Aktivitäten für das Schuljahr 2020-2021 ausgesetzt sind.
Bis zum Ausbruch der Pandemie besuchten die Schüler, die hauptsächlich aus Jordanien kommen, die Sekundastufe des Seminars, wohnten am Institut und konnten im Hauptsitz in Beit Jala auch Bildungsangebote und Aktivitäten zur Begleitung der spirituellen Bildung nutzen.
In der offiziellen Erklärung nennt der Rektor Jacob Rafidi unter den Ursachen für die angekündigte Unterbrechung der Kurse auch die Unmöglichkeit für in Jordanien lebende Seminaristen in das Institut zu kommen. Agesichts der anhaltenden Schließung der Grenzen zwischen Jordanien und Palästina aufgrund der Pandemie können sie derzeit nicht die erforderlichen Visa für die Rückkehr zum Institut erhalten. Gegenwärtig erlauben die gesundheitlichen und epidemiologischen Bedingungen der Region infolge der Pandemie noch, keine Vorhersage.
Das Seminar des lateinischen Patriarchats, das sich heute in Beit Jala befindet bildet nach Angaben der offiziellen Organen des Berichts des lateinischen Patriarchats von Jerusalem seit über anderthalb Jahrhunderten Kandidaten für das Priestertum der lateinischen Diözese der Heiligen Stadt und anderer Diözesen des Heiligen Landes aus. Der lateinische Patriarch Giuseppe Valerga gründete es im Dezember 1852 um, lokale arabische Christen und junge Menschen aus dem Ausland auszbilden, die als Priester der lateinisch-katholischen Kirche im Heiligen Land ihren Dienst ausüben sollten. Die Ausbildung künftiger Priester ist dem Klerus des lateinischen Patriarchats anvertraut. Das Seminar wurd in all diesen Jahrzehnten auch von vielen weiblichen Ordensgemeinschaften wie den Schwestern von Mercede und - gegenwärtig - den Dienern des Herrn und der Jungfrau von Matara geführt und betreut.
(GV) (Fides 23/7/2020)


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