AMERIKA/CHILE - Erzbischof Chomali in Zeiten von Corona: “Politische Krise wird unvorhersebahre Folgen mit sich bringen“

Montag, 20 Juli 2020   soziale lage   politik   bischöfe  

Concepción (Fides) - „Die Gesundheitskrise verursacht Tausende von Toten, Tausende von Kranken, Tausende von trauernden Familien und viel Traurigkeit und Verzweiflung. Hinzu kam die schwerwiegende sozioökonomische Krise mit Tausenden von Entlassungen, Tausenden von Menschen und Familien ohne Zukunft, zumindest kurzfristig. Leider wurde der Gesundheits- und Wirtschaftskrise auch eine politische Krise hinzugefügt, deren Folgen unvorhersehbar sind... Dies sollte alle Akteure der Gesellschaft alarmieren", so Erzbischof Fernando Chomali Garib von Concepción, im Leitartikel der neuesten Ausgabe der Bistumszeitschrift "Diálogo".
Der Erzbischof erinnert daran, dass "es keinen schlimmeren Grund für Gewalt gibt als Hunger, Verzweiflung und das Gefühl, am Boden sein. Deshalb ist alles, was der Staat, die Wirtschaft und die Organisationen der Zivilgesellschaft heute tun können, eine absolut notwendige Krisenbewältigung".
Doch die politischen Koalitionen zeige öffentlich die Spaltungen in den eigenen Reihen und erzeuge eine tiefgreifende politische Instabilität, die zu einer Unregierbarkeit führen werde, fährt Erzbischof Chomali fort und unterstreicht den Unmut der Parteien im Hinblick auf die Entwicklung einer Politik mit dem Ziel des Gemeinwohls. Dadurch werde es schwierig die Gesellschaft in einem gemeinsamen Projekt zu vereinen.
Der Erzbischof von Concepción beklagt, dass es auch angesichts der aktuellen Tragödie, keine Beruhigung gegeben hat, während Führung die Führung des Landes in ihren inneren Streitigkeiten gefangen ist, und fordert: "Es ist die Einheit, die uns aus dieser Situation herausholen wird, die das Leben der Chilenen verletzt; Es ist die Erkenntnis, dass die Wahrheit eine Symphonie ist und daher jeder etwas hinzufügen muss, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: das Gemeinwohl". Die dreifache Krise, die das Land erlebe, lasse keine klare Zukunft erkennen und werde noch nur mehr Unzufriedenheit gegenüber der Regierung und den Behörden erzeugen und keinen Frieden schaffen.
„Ich denke, es ist an der Zeit”, so der Erzbischof abschließend, “für mehr Konsens, gegenseitiges Mitgefühl und vor allem Solidarität. Ich bitte alle, sich dafür einszusetzen, indem sie diejenigen berücksichtigen, deren Zukunft weitgehend von der öffentlichen Ordnung abhängt, deren feierliches Mandat sie haben, dafür einzutreten".
(SL) (Fides 20/7/2020)


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