AMERIKA/BRASILIEN - Bischöfe: Bolsonaro verweigert indigenen Völkern Lebensgrundlagen

Mittwoch, 15 Juli 2020 menschenrechte     bischöfe   eingeborene   gesundheitswesen  

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Brasilia (Fides) - "Diese Vetos sind ethisch nicht vertretbar und unmenschlich, da sie den indigenen Völkern die Lebensgrundlagen verweigern", heißt es in einer vom Vorstitzenden der Brasilianischen Bischofskonferenz Brasiliens, Erzbischof Walmor Azevedo de Oliveira, unterzeichneten Erklärung
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat mit insgesamt 16 Vetos ein Gesetz nicht vollständig genehmigt, mit der Begründung, dass er dazu Ressourcen zu verwenden müsse, die so nicht im Budget vorgesehen sind (vgl. Fides 10/07/2020).
Nach Ansicht der brasilianischen Bischöfe handelt es sich bei dem Argument des Präsidenten um einen Vorwand, da der Kongress aufgrund der Corona-Krise bereits für eine Verfassungsänderung und einen so genannten "Kriegshaushalt" gestimmt hat, der es ermöglicht, die vor der Pandemie beschlossenen Ausgaben zu überschreiten. Deshalb bittet katholische Kirche hat den Gesetzgeber, eine "starke, entscheidende und endgültige Position zugunsten des Lebens" einzunehmen und die Vetos des Präsidenten aufzuheben.
Die CNBB veröffentlichte am Montag, den 13. Juli, einen "Offenen Brief an den Nationalkongress", in dem sie um den Schutz der Rechte indigener und traditioneller Völker bat. Die Bischöfe äußerten sich „empört“ über die 16 Vetos des Präsidenten, die sie als "ethisch ungerechtfertigt und unmenschlich" bezeichneten, weil sie "Grundrechte und Garantien" für den Schutz des Lebens indigener Bevölkerungsgruppen wie den Zugang zu sicherem Trinkwasser verweigern.
Die Amazonaskommission der Bischofskonferenz und das Panamazonische Kirchennetzwerk REPAM übten ebenfalls Kritik an der die Entscheidung von Jair Bolsonaro, und betonte, es ginge um „Leben oder Tod" in Städten, Dörfern der indigenen Gebiete, in denen das Virus bereist aufgetreten ist.
Der Indigenenissionsrat (CIMI) betont, dass die Vetos des Präsidenten "die Vorurteile, den Hass und die Gewalt der gegenwärtigen Regierung in Bezug auf indigene Völker, Quilombola und traditionelle Bevölkerungsgruppen" bestätigen (vgl. Fides 10/07/2020).
(CE) (Fides 15/7/2020)



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