AMERIKA/HAITI - Corona-Pandemie: Katholiken beten am Fest der Schutzpatronin für das Ende der Krise

Donnerstag, 18 Juni 2020 volksfrömmigkeit   marienverehrung   armut   korruption    

padre renold cssr

Port au Prince (Fides) – Haiti erlebt unter wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten die verheerendste Krise der jüngsten Vergangenheit. Hinzu kommt die Gesundheitskrise, die das ärmste Land Amerikas, das in den vergangenen Jahren von mehreren Naturkatastrophen heimgesucht wurde, besonders hart. Tro Wie Pater Renold Antoine, der als Missionar in Haiti tätig ist, berichtet, wie die Katholiken des Landes trozt der Quarantäne und deren wirtschaftlichen Folgen versucht, den Nationalfeiertag am Fest der Schutzpatronin des Landes, Maria – Mutter der immerwährenden Hilfe, am 27. Juni gebührend vorzubereiten.
"Ohne eine voreilige Bilanz über dieses Jahr ziehen zu wollen, sind wir alle der Meinung, dass 2020 eine Anhäufung neuer erschreckender Ereignisse ist. Einige bezeichnen es bereits als Rekordjahr . Diese Bezeichnung bezieht sich nicht nur auf die Wirtschaftskrise, sondern auch auf die Angst vor der Corona-Pandemie und das Gefühl, dass der Tod plötzlich wie ein Blitz einschlägt“, so der Missionar.
“Im haitianischen Kontext”, erklärt Pater Renold, “ist die Situation besonders schlimm, weil es andere Probleme gibt, die noch virulenter sind als das Coronavirus: Korruption, Elend, Unsicherheit, mangelnde Gesundheitsversorgung"
Doch auch diesem Klima bereitet sich das haitianische Volk darauf vor, am 27. Juni seine Schutzpatronin, Unsere Liebe Frau der immerwährenden Hilfe, zu feiern. Das in diesem Jahr gewählte Thema lautet: "O Maria, Mutter des haitianischen Volkes, hilf uns in dieser Nort". Anlässlich dieses wichtigen Datums laufen bereits eine Reihe von vorbereitenden Aktivitäten: 30 Gebetstage vom 1. bis 30. Juni; 3 Tage Auftakt zur Novene vom 15. bis 17. Juni unter der Leitung der Solèy Lafwa-Gruppe und schließlich die landesweite Novene in den zehn Diözesen des Landes vom 18. bis 26. Juni. Am Feiertag, dem 27. Juni, finden drei Gottesdienste und eine Prozession mit der Marienstatue statt, din deren Rahmen die Gläubigen von der Kathedrale von Port-au-Prince in Richtung der Kapelle Notre-Dame-du-Perpétuel-Secours in Bélair gehen werden. Am Ende der Prozession wird Erzbischof Max-Leroy Mesidor, von Port-au-Prince dem haitianischen Volk und der Stadt Port-au-Prince den feierlichen Segen geben, wie es am 5. Februar 1882 erstmals geschah.
Unter Berücksichtigung der aktuellen Situation wird nur eine beschränkte Anzahl von Gläubigen an den Feiern im Marienheiligtum teilnehmen, die live in Radio, Fernsehen und sozialen Medien übertragen werden. Dieses Jahr wenden sich die Haitianer im Gebet an die Schutzpatronin des Landes wenden, um ihre Fürsprache für den Schutz vor Coronavirus, Korruption, Unsicherheit und Armut bitten.
"Möge die Fürsprache unserer himmlischen Mutter die menschlichen und intellektuellen Energien des haitianischen Volkes erneuern”, so der Missionar abschließend, „damit sich die Bürger der Sache unseres Landes widmen und unser Volk ein neues Wachstum erfährt, wiedergeboren durch die Kraft ihres Sohnes Jesus Christus, der für unser Heil gestorben und auferstanden ist. "
Derzeit gibt es in Haiti etwa 5.000 Corona-Infizierte und rund 80 Menschen starben an den Folgen einer Covid-Erkrankung.
(CE) (Fides, 18/06/2020)


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