AMERIKA/GUATEMALA - Bischöfe: “Pandemie als Zeichen der Zeit: Gott ruft uns zur Umkehr“

Samstag, 6 Juni 2020   bischofskonferenzen   soziale lage   gesundheitswesen   gerechtigkeit   politik   armut  

Guatemala City (Fides) – "Die Bischöfe von Guatemala möchten sich an allen Menschen in Guatemala wenden, die zusammen mit Millionen von Menschen auf der ganzen Welt die durch die aktuelle Pandemie verursachte Situation erleben mit einem Wort des Glaubens, das uns beseelt", heißt es zu Beginn einer Botschaft der Bischofskonferenz von Guatemala vom vergangenen 4. Juni mit dem Titel "Wir erwarten ... neuen Himmel und eine neue Erde,... in der Gerechtigkeit wohnt" (vgl. 2Pt 3,12) .
"Die Epidemien oder Pandemien, die die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte heimgesucht haben, haben immer zwei Reaktionen hervorgerufen: die Solidarität, um den Opfern zu helfen, und die Suche nach theologischer und spiritueller Bedeutung", so die Bischöfe. Die Guatemalteken seen deshalb dazu aufgerufen, "sich füreinander als verantwortlich zu betrachten" und dabei vorbeugende Maßnahmen und die Vorschriften der Isolation zu beachten.
 Die Pandemie habe gezeigt, dass man in der Lage sei, mit anderen solidarisch zu sein, und "das Beste aus allen Herzen herausgeholt", wie das Engagement und die Arbeit der vielen Mitarbeiter des Gesundheitswesens anderer Sektoren zeige. Die Bischöfe stellen in diesem Zusammenhang fest, dass man in dieser Zeit auf eine neue Art und Weise über Gott nachgedacht habe und an eine andere Zukunft denke: "Es ist eine Zeit der Hoffnung, die bevorstehende Zukunft nach der Pandemie fordert uns auf, gemeinsam eine neue Gesellschaft aufzubauen und davon zu träumen und neue Beziehungen zu unserer Mutter Erde und den anderen anzustreben“.
Die Bischöfe stellen fest, dass die Pandemie auch "die Ungerechtigkeit der Gesellschaft dramatisch hervorgehoben hat: die enorme soziale Ungleichheit in diesem Land mit einer Armutsquote, die auf über 60% ansteigen könnte, die Ineffizienz des Gesundheitssystems, die Unwirksamkeit korrupter Politiker. Es wurden auch Angst, die Tendenz zum Horten und zu sozialer Stigmatisierung und andere Übel ausgelöst, wie zum Beispiel Gewaltausbrüche im Zusammenhang mit dem Landrechtskonflikt, von denen wir hoffen, dass sie durch die Wege des Dialogs gelöst werden."
 In einer Vision des Glaubens könne die Pandemie auch als Zeichen der Zeit definiert werden, so die Bischöfe, die in ihrer Botschaft daran erinnern dass in der Heiligen Schrift "Katastrophen Gelegenheiten sind, mit denen Gott uns ruft, zu ihm zurückzukehren und unser Verhalten zu korrigieren. Es ist eine beständige Versuchung, eine Gesellschaft ohne Gott aufzubauen, ohne auf ihn zu zählen. und die Pandemie lässt uns verstehen, dass das menschliche Leben zerbrechlich und widersprüchlich ist".
"Wir müssen um kehren und Gott wieder in den Mittelpunkt unserer sozialen und politischen Pläne zu stellen und Ihn zu unserem Bezugspunkt für Sinn und Wert zu machen", fordern die guatemaltekischen Bischöfe nachdrücklich auf und betonen, dass "diese Pandemie eine Gelegenheit ist, die Grundlage unserer Existenz und in Gott den Garanten dafür zu erkennen, dass eine moralische Ordnung in die natürliche Ordnung der Dinge eingeschrieben ist“.
Abchschließend fordern die Bischöfe die Behörden dringend auf, "alles zu tun, um die Durchführung von Programmen zur Linderung von Krankheiten und Hungersnot zu beschleunigen und dabei vor allem langfristig zu denken, damit die Wurzeln der Ungerechtigkeit in Guatemala ausgerottet werden und dabei auch der Ehrlichkeit und Transparenz des Prozesses bei der Wahl der Richter ein essonderes Augenmerk zu widmen“. "Wir wissen, dass Maria uns als Mutter der Kirche begleitet, die mit den Jüngern die großen Herausforderung war, Angst und Isolation zu überwunden hat", betonen die Bischöfe.
(SL) (Fides 06/06/2020)
 


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