AMERIKA/CHILE - Corona-Pandemie: Bischöfe forden Sozialpakt zur Überwindung der Krise

Freitag, 5 Juni 2020 menschenrechte   krisengebiete   wirtschaft     bischöfe  

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Santiago (Fides) - Angesichts der durch die Covid-19-Pandemie verursachten Krise fordert der Ständige Ausschuss der Chilenischen Bischofskonferenzen die Behörden des Landes auf, "Einzelinteressen beiseite zu lassen, um zu einer grundlegenden Einigung zu gelangen, deren Ziel es ist, staatliche Mittel für die Unterstützung der Leidtragenden so lange wie nötig bereitzustellen”. In einer am 2. Juni veröfftentlichten Erklärung äußert sich der Ständige Ausschuss der Bischofskonferenz von Chile erneut zu den schwerwiegenden Folgen der Covid-19-Pandemie für das Leben und den sozialen Zusammenhalt des Landes.
Die Bischöfe betonen, dass die Folgen dieser Pandemie über den Bereich der öffentlichen Gesundheit hinausgehen und auch soziale Auswirkungen haben, die für einen erheblichen Teil der Bevölkerung verheerend sind. Sie erinnern an den drastischen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit und den erheblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, weshalb für weite Teile der Bevölkerung das Einkommen nicht mehr gesichert ist.
"Die Ärmsten leiden vor allem unter der Nahrungsmittelknappheit und engen Wohnverhältnissen in ihren Häusern, was sich bei Migranten noch zuspitzt, die kein Zuhause, keine Arbeit und kein soziales Netzwerk haben, oder auch bei alleinstehenden älteren Menschen, die ihre Wohnungen nicht verlassen können. Diese Krise verschärft sich von Tag zu Tag und es ist vorhersehbar, dass sie noch Monate andauern wird", beklagen die Bischöfe.
"Chile erwartet insbesondere von politischen Autoritäten und sozialen Führungskräften einen ausreichenden Willen und ein angemessenes Engagement, damit ein Sozialpakt für das Gemeinwohl geschlossen werden kann, der es ermöglicht, Bedingungen zu schaffen, die allen Einwohnern unseres Landes zugute kommen, insbesondere den Ärmsten. Dies erfordert die feste Entschlossenheit, Einzelinteressen zu überwinden, um eine grundlegende Einigung zu erzielen, deren Ziel es ist, die staatlichen Mittel so einzusetzen, dass die Unterstützung für die Leidenden und für die erforderliche Zeit bereit gestellt werden kann."
Wie überall in Lateinamerika befürchtet man auch in Chile, dass die Corona-Pandemie für weite Teile der Bevölkerung besonders belastende wirtschaftliche Folgen mit sich bring. Bisher wurden in Chile 118.000 Corona-Infektionen und 1.356 Todesfälle infolge von Covid-19 registriert.
(CE)(Fides 5/06/2020)


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