AMERIKA/HAITI - Corona-Pandemie: Geistliche Begleitung und Hilfsprogramme der Päpstlichen Missionswerke für Menschen in Not

Mittwoch, 13 Mai 2020 päpstliche missionswerke     hunger   armut   solidarietät   evangelisierung  

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Port au Prince (Fides) - “Die Menschen geraten in Panik, weil niemand genau weiß, in welchem ​​Moment dieser Virus uns treffen kann. Kirchen sind geschlossen, Schulen planen die Schließung und wir wissen nicht genau wann. Familien leiden unter den psychologischen, sozioökonomischen und politischen Auswirkungen. Und wir spüren bereits das Leiden von Menschen, die isoliert leben, weil sie alles entbehren sowohl auf materieller als auch auf menschlicher und zwischenmenschlicher Ebene. Die Situation der Familien war bereits vorher kritisch, und durch Covid-19 wurde alles noch schmerzhafter und quälender. Dasselbe gilt für kirchliche Praktiken und Sakramenten: Taufen, Hochzeiten oder Erstkommunionen, alles steht still. Und all dies stellt die Mission Christi in unserem geliebten Haiti, das bereits vom Leiden geprägt ist. vor große Herausforderungen, Heute, mit diesem viralen Sturm, erweist sich die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi als schwierig und erfordert neue Interventionsstrategien, um zu einem neuen Gesellschaftsstil zu gelangen, der neue Modelle für Menschen und Getaufte hervorbringt, deren Herzen auf Gott ausgerichtet sind", so Pfarrer Clarck De la Cruz, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Haiti, im Interview mit Fides über die Auswirkungen der Pandemie auf das Leben der Kirche auf der Karibikinsel.
„Pfarrgemeinden, Kapellen auf dem Land und kirchliche Gruppen fühlen sich ein wenig verlassen”, fährt Pfarrer De la Cruz fort, “da sie nicht mehr wie zuvor zusammenkommen können. Sie treffen sich jedoch an bestimmten Wochentagen und am Sonntag unter Beachtung der vorgeschriebenen Schutzvorschriften”. “Diese Pandemie versetzt viele Familien in eine tiefe Traurigkeit, die Spuren im Leben der Hatianer hinderlassen wir. Es gibt zu viele Probleme zu lösen: den Hunger von Familien, den Hunger von jungen Menschen und vieler Kinder aus mittellosen Familien", so der katholische Geistliche, der sich fragt: "Wie können wir Menschen, die nach Brot hungern, die Gute Nachricht von Christus verkünden? Wie können wir diese Botschaft Menschen verkünden, die darauf warten, dass ihre Sorgen sich in Freude verwandeln, aber Gefahr laufen, dass ihre Hoffnungen auf bessere Tage zunichte gemacht wird?".
"Über die Medien, insbesondere das Radio”, so der Nationaldirektor weiter, “werden die Menschen über die Pandemie informiert. Jeden Tag sprechen wir über das Coronavirus und machen auf die Gefahren aufmerksam. Bei kleinen kirchlichen Versammlungen sprechen wir mit den Menschen über die Entwicklung der Pandemie. Jeden Samstag können die Menschen in den Gemeinden Hinche, Maissade und einem Großteil des Zentrums und des Nordens im Radios meine Kommentare zu den liturgischen Texten des Sonntags hören. Wir versuchen, im Dienst des Evangeliums durch eine Kampagne, die Menschen zu motivieren und sensibilisieren, damit sie wissen, wie sie sich schützen können. Ihren Glauben pflegen die Menschen auch in der Familie durch das gemeinsame Gebet, das Lesen des Wortes Gottes und diw persönliche Meditation."
In Bezug auf den Hilfsfonds für Coronavirus-Opfer hatte die Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Haiti zunächst alle Diözesandirektoren der Päptslichen Missionswerke und alle Katholiken eingeladen, sich an einer gemeinsamen Spendenaktion zu beteiligen und eine besondere Kollekte für den Fonds zu organisieren. "Mehrere Gruppen erklärten sich bereit, solche Projekte in die Realität umzusetzen. Leider können die meisten nicht aus dem Haus gehen, sie unterliegen alle den Einschränkungen. Und in den meisten Teilen des Landes, gibt es kaum Möglichkeiten Initiativen online auf den Weg zu bringen. Doch in Zukunft, wenn wir zur Normalität zurückkehren, werden humanitäre Hilfen möglich sein. Ich bin optimistisch", so Pfarrer De La Cruz.
Mit Blick auf die Zukunft fügt der Priester hinzu: "Diese Pandemie ist eine unglaubliche Gelegenheit für alle Christen, die Werte der Solidarität, der Gemeinschaft und der gegenseitige Hilfe neu zu entdecken. Es ist eine Zeit, eine Gemeinschaft nach dem Bild der frühchristlichen Gemeindenzu schaffen (vgl. Apostelgeschichte 2, 42): wir sollen ein Körper und eine Seele sein". In diesem Sinne arbeite man auf kirchlicher Ebene in Haiti unermüdlich daran, Hilfe zu leisten: „Mit Priestern, Katecheten und Mitarbeitern der Päpstlichen Missionswerke führen wir zahlreiche gemeinnützige Aktionen durch: Wir sammeln Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel, um die Würde der Menschen zu garantieren, die von der Gesellschaft oft vergessen werden. Die Armen, vor allem die armen Kinder und die Menschen mit Behinderung sind dbei unsere Priorität sowie Frauen, Witwen und Waisen."
Humanitäre Hilfe werde insbesondere auch an die Einwohner der Begregionen verteilt, "weil in dieser schwierigen Zeit dort die Dürre sehr groß ist und das Land keine Früchte trägt. Wir setzen uns dafür ein, alle zu unterstützen, die in Angst und Verzweiflung und in Not sind", schließt der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke.
(CE) (Fides 12/05/2020)


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