ASIEN/INDIEN - Corona-Pandemie: Religionen wollen gemeinsam zur Bewältigung der Krise beitragen

Montag, 4 Mai 2020   menschenrechte   glaube   religiöse minderheiten   religion   dialog  

Hyderabad (Fides) - Indische Religionsvertreter wollen ein gemeinsames zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in indien beitragen. Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen (Hindus, Christen, Muslime, Sikhs) und verschiedene interreligiöse Organisationen schlossen einen sogenannten Kooperationspakt, um während der Verbreitung von Covid-19 in Indien zu helfen. In einer gemeinsamen Erklärung, wird bekräftift, dass man "eine konstruktive Rolle für das Gemeinwohl” spielen will, “indem sich Menschen aller Glaubensrichtungen vereinen". Die Religionsvertreter beabsichtigen, "mit einer Stimme zu sprechen" und sich um Dienst und Einheit zu bemühen, während das Land sich mit der Pandemie konfrontiert sieht. Die Religionen wollen , "Vorurteile, Gefühle der Ausgrenzung, Aberglauben und Fanatismus im Namen der”, überwinden, damit "der wissenschaftliche Ansatz zur Bekämpfung des Virus sich durchsetzen kann“ und dabei die geistliche und materielle Unterstzung des Einzelnen gewährleisten. "Religion ist wahrscheinlich das mächtigste Mittel, um das menschliche Gewissen für das Gemeinwohl zu mobilisieren: Wir vereinen uns als eine einzige Kraft, um Maßnahmen zur Überwindung der Pandemie zu fördern", heißt es in dem Text.
 Während der weltweiten Pandemie "wurde Religion sowohl im positiven als auch im negativen Kontext erwähnt", heißt es in der Botschaft. "Einerseits haben sich die Menschen in diesem Moment der Unsicherheit aus Hoffnung, Stärke und und auf der Suche nach Widerstandsfähigkeit der Religion zugewandt. Der Glaube hat bei den Menschen das Gefühl der Solidarität und dem Wunsch entstehen lassen, anderen zu dienen, insbesondere den Schwächsten. Gleichzeitig wurde der Name Religion verwendet, um ein Gefühl der Trennung und Exklusivität zu betonen und Vorurteile zu stärken, um die Wissenschaft abzulehnen und Aberglauben zu verbreiten", so die Religionsvertreter weiter.
"Es ist dringend erforderlich, dass wir, die Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen und interreligiöser Gruppen, die allen Religionen gemeinsamen Grundsätze bekräftigen, die den größten Einfluss auf unsere Fähigkeit zur Bewältigung der aktuelle Krise haben", heißt es in der Erklärung, die darauf hinweist, dass "die wesentlichen spirituellen und moralischen Lehren aller Religionen identisch sind“. Während dieser Krise "müssen alle Religionen nach Wegen suchen, um Einheit und Solidarität zu fördern, damit die Menschheit diese kollektive Herausforderung bewältigen kann. Im Zentrum aller Religionen steht eine spirituelle Konzeption des Menschen, die das Materielle übersteigt. Diese spirituelle Realität, die Seele genannt wird, ist die Quelle göttlicher Eigenschaften und Tugenden, die es den Menschen zu altruistischem Verhalten befähigt. Die Religion lehrt, dass die gesamte Menschheit miteinander verbunden und voneinander abhängig ist: Sie ist eine Familie”, heißt es in der Erklärung abschließend.
Laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2011 sind 80% der indischen Bevölkerung von 1,3 Milliarden Hindus (über 966 Millionen), Muslime machen 14% (172 Millionen) aus, Christen 2,3% (rund 29 Millionen).
(SD-PA) (Fides 4/5/2020)


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