AMERIKA/HAITI - “Viele glauben nicht, dass Covid-19 wirklich existiert“

Donnerstag, 30 April 2020 hunger     wirtschaft   missionare   menschenrechte  

Redentoristas

Port au Prince (Fides) – "Es sollte gesagt werden, dass die Vorhersagen der Experten für Haiti in Bezug auf diese Pandemie in all ihrer Brutalität wahr werden können, da das Land Schwachstellen hat, die es zu einem solchen Schicksal zu verurteilen scheinen. Wir vertrauen auf die Jungfrau Maria, die uns beschützt. Wir sind uns all der Risiken bewusst, und als Redemptoristen-Missionare respektieren wir auch die Protokolle, die von den Behörden herausgegeben wurden. Aus diesem Grund haben wir unsere Schulen geschlossen. Obwohl das Bildungsministerium online und über das staatliche Fernsehen ein Unterrichtsprogramm durchführt, sind diesee Programme jedoch nicht für alle zugänglich und dafür gibt es verschiedene Gründe: Der erste ist der Mangel an Elektrizität in den Häusern und viele Familien haben kein Internet. Was die Pfarrgemeinden betrifft, feiern wir die Liturgien hinter verschlossenen Türen oder mit einem Dutzend Gemeindemitgliedern und übertragen sie in sozialen Netzwerken und helfen, mit dem Wenigen, was wir haben, den ärmsten Menschen", so Pater Renold Antoine, ein Redemptorist, der der seit vielen Jahren als Missionar in Haiti arbeitet.
"Vor mehr als einem Monat”, berichtet der Missionar, „wurden die ersten positiven Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus im Land festgestellt. Im Laufe des Monats stieg die Zahl nach Angaben des Ministeriums für öffentliche Gesundheit auf derzeit mindestnes 76 bestätigte Fälle, 8 Personen wurden geheilt und 6 verstarben. Wenn man diese Zahlen analysiert, kann man verstehen, dass sich das Virus bisher nur langsam im Land verbreitet hat. Laut Experten der wissenschaftlichen Kommission, die mit den Behörden des Landes zusammenarbeitet, insbesondere Dr. Jacques Boncy, wird es jedoch eine Zeit geben, in der die Fälle zu einem späteren Zeitpunkt erheblich zunehmen."
Sorge bereitet den Missionaren die Reaktion der Bevölkerung, weil viele Menschen nicht glauben wollen, dass die Krankheit im Land existiert, und daher die Schutzmaßnahmen nicht sespektieren: "Wir bedauern, dass sich das Verhalten nicht wirklich geändert hat. Händler demonstrierten auf den Straßen, auf der Straße wird Fußball gespielt, einige Kirchen feiern sogar normale Gottesdienste", berichtet der Ordensmann und fügt hinzu: "Während auch wir auf eine wissenschaftliche Lösung zur Überwinding dieser Pandemie warten, sensibilisieren wir die Bevölkerung weiterhin für die Notwendige Einhaltung der sozialen Distanz, das häufige Waschen der Hände, das Tragen von Schutzmasken und die Reduzierung der Fortbewegung, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen."
Neben COVID-19, so der Missionar, gebe es viele weitere Proleme im Land: „Unter der wirtschaftlichen Krise leiden aud die Gemeinden der haitianischen Diaspora. Dies hat zu einer Verringerung der Geldtransfers in das Land geführt, da offensichtlich viele der im Ausland lebenden Haitianer derzeit arbeitslos sind".
In dieser Phase sei auch die Ernährungsunsicherheit ein ernstes Problem, das das Land bedroht: "Experten sagen, dass unser Land in unserer Hemisphäre das am stärksten bedrohte ist. Wir versuchen jedoch weiter Hoffnung zu machen und vertrauren uns der Fürsprache unserer Mutter der ewigen Hilfe, der Schutzpatronin von Haiti, an und der Herr wird uns weiterhin beschützen, damit die alarmierenden Vorhersagen für unser Land sich nicht bewahrheiten", schließt der Missionar.
(CE) (Fides, 30/04/2020)


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