ASIEN/HEILIGES LAND - Covid-19 erfordert von Israel und Palästina gemeinsames Handeln

Dienstag, 21 April 2020 menschenrechte   kinder   gesundheitswesen     kriege  

Betlemme (Fides) - "Covid 19 führt zu einer vollständigen Schließung, geografische und wirtschaftliche Isolation der Region Bethlehem. Familien haben nicht genug Geld für den Kauf von Lebensmitteln, ganz zu schweigen von der medizinischen Behandlung. Unserem Krankenhaus der Heiligen Familie fehlen wichtige medizinische Geräte. Dies gefährdet das Leben unserer Babys, von denen viele vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren werden. Es gibt auch einen großen Mangel an Masken und ein Problem bei der Verfügbarkeit von Blutkonsereven. Wir sind am Limit", so Michele Bowe vom Malteserorden in Palästina. Das Krankenhaus der Heiligen Familie von Bethlehem, das seit 1989 Jvom Malteserorden verwaltet wird, versucht sich auf die Bewältigung der Epidemie vorzubeteiten. Als einziges Krankenhaus in der Region, das über eine Intensivstation für Neugeborene verfügt, die in der Lage ist, Kinder zu retten, die vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren wurden, ist angesichts der hohen Kindersterblichkeit in der Region, die derzeit fünfmal höher als die der meisten Industrieländer, von entscheidender Bedeutung. Die hohe Sterblichkeitsrate kann auf mangelnde Schwangerschaftsvorsorge, Armut und Mängel bei der Gesundheitsversorgung zurückgeführt werden.
Aber wie reagiert man in Palästina auf einen möglichen Anstieg der Zahl der Covid-19-Fälle und wie kann sich das Gesundheitssystem, trotz allgemein schwieriger Lebensbedingungen eine angemessene Antwort geben? Um die derzeit besonders dringenden Probleme anzugehen, hat der Malteserorden zusammen mit dem Londoner Think Tank "Forward Thinking" das Projekt "Doctor to Doctor" ins Leben gerufen, das die Verbindung von Gesundheitsexperten auf einer virtuellen Plattform ermöglicht, um dort Wissen auszutauschen und "bewährten Praktiken", Protokollen und Strategien zur Eindämmung der Coronavirus-Infektion in der Bevölkerung zu teilen. Wie aus einer Mitteilung des Malteserordens hervorgeht, soll das Projekt allen Ländern helfen, die unter Besatzung, politischen Unruhen, wirtschaftlichen Herausforderungen, anhaltenden Konflikten oder Auswirkungen der Krise in den Nachbarländern leiden, die Pandemie anzugehen; Das Projekt wird in den kommenden Tagen auch in Jordanien und dem Libanon auf den Weg gebracht.
 Bisher wurden zwei separate Workshops zwischen palästinensischen Ärzten und einem Pool von Experten, die an vorderster Front bei der Bewältigung der durch Covid 19 verursachten Gesundheitskrise tätig sind, abgehalten. Obwohl im Gazastreifen weniger als 20 Fälle von Covid 19 bestätigt wurden, ist die Bevölkerungsdichte sehr hoch und die kaum vorhandene Infrastruktur macht die Umsetzung von sozialer Distanz äußerst schwierig. Um die Quarantäne effektiv fortzusetzen, benötigt Gaza laut Malterserorden ausreichende Tests, um sicherzustellen, dass niemand vorzeitig aus der Isolation entlassen wird, genügend Medikamente und Masken zum Schutz des medizinischen Personals und der Sicherheitskräfte in den Quarantänezentren.
Im Falle einer Epidemie in Gaza würde die hohe Bevölkerungsdichte wahrscheinlich viel mehr Fälle verursachen und in vielen Fällen unbemerkt bleiben, bis schwere Symptome auftreten, die die Behandlunge einer große Anzahl von Patienten in teuren Intensivstationen erfordern, in der Region sehr selten vorhanden sind.
"Covid 19”, heißt es in der Notiz des Malteserordens abschließend, „stellt einen gemeinsamen Feind für diejenigen dar, die in Israel und Palästina leben. Es kennt keine Grenzen, respektiert keine Checkpoints und gehört keiner Fraktion oder einer politischen Partei an. Eine bilaterale Reaktion zugunsten der öffentlichen Gesundheit ist deshalb dringend erforderlich, um die Ansteckung einzudämmen. Die Krise bietet allen Parteien des israelisch-palästinensischen Konflikts die Möglichkeit, ihre Beziehung zu überprüfen, um eine wirksame und gemeinsame medizinische Reaktion auf das Virus zu ermöglichen”.
(PA) (Fides 21/4/2020)


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