ASIEN/INDIEN - Psychische Gesundheit in Zeiten des Coronavirus: Kostenlose Beratung für Betroffene

Freitag, 17 April 2020 jesuiten   dialog   orden   religion   gesundheitswesen    

Bhopal (Fides) – Das interreligiöse Forum "Sarv Dharam Sadbhavna Manch" will in Zentralindien Menschen, die vom Coronavirus betroffen sind oder aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 in Not geraten sind, kostenlose psychologische Beratung anbieten. Wie Pfarrer Anand Muttungal berichtet, hat das Forum eine Experten-Gruppe von Fachleuten und Beratern geschaffen, die kostenlose ihre Dienste anbieten. "Die Weltgesundheitsorganisation hat die Welt aufgefordert, den Betroffenen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, da sonst neue Probleme für die Gesellschaft in Bezug auf die psychische Stabilität entstehen könnten", bemerkt Pfarrer Muttungal, Präsident des Forums, dem Vertreter der christlichen, hinduistischen, muslimischen Gemeinden und der Sikh angehören.
„Die indische Gesellschaft kümmert sich im Allgemeinen sehr wenig um die psychische Gesundheit. Viele Menschen verstecken ihre psychischen Probleme vor der Gesellschaft. Wir bieten Menschen an, die aufgrund der Angst und Furcht vor der Coronavirus-Krankheit Schwierigkeiten haben, mit der Situation umzugehen, unsere kostenlose Begleitung an und wir arbeiten daran, die Menschen auf Situationen vorzubereiten, mit denen sie sich konfrontiert sehen könnten."
“Im Moment haben wir mit einem Team von 17 Psychologen, Soziologen und Psychiatern begonnen. In den kommenden Tagen werden wir beginnen, im gesamten Bundesstaat Madhya Pradesh zu beraten. Menschen aus dem ganzen Land können uns um Hilfe bitten", bekräftigt L. S. Herdenia. Betroffene Menschen sollen Videokonferenzen nutzen, um ihre Probleme zu schildern. Datenschutz und Vertraulichkeit werden dabei garantiert.
Dr. Jamal Akhtar betont: "Jeder mit Coronavirus kann Hilfe und Unterstützung für die Heilung suchen." Alle Betroffenen sollen lernen, besser mit der Behandlungsdauer umzugehen und ihre Angst zu bewältigen. "Das Hauptanliegen für uns alle ist es, die psychischen Probleme der Menschen anzugehen, um allen zu helfen, mit dieser Situation umzugehen", sagt Akhtar.
 Unterdessen bietet im westinidischen Unionsstaat Goa ein Team des Jesuitenordens über eine Online-Beratung Unterstützung für diejenigen an, die sich während der Ausgangssperre zur Bekämpfung der Pandemie in Schwierigkeiten befinden. "Für die meisten Menschen ist es eine völlig neue Erfahrung, so lange im Haus zu leben, was zu Orientierungslosigkeit, Frustration oder Hilflosigkeit führen kann", erklärt Pater Anderson Fernandes (sj), einer der Berater. Pater Fernandes ist Leiter des in Panaji ansässigen Historischen Forschungszentrums und führt nach eigenen Angaben täglich mindestens sechs Gespräche mit Menschen, die sich aus verschiedenen Teilen Indiens an ihn wenden.
Ein Team von 14 Ordenspriestern aus der Provinz Goa steht für psychologische Unterstützung und spirituellen Beistand in verschiedenen Sprachen (Englisch, Kannada, Konkani, Marathi und Tamil) zur Verfügung. "Die beteiligten Priester haben eine Grundausbildung in psychologischer Beratung und haben sich freiwillig bereit erklärt, uns ihre Zeit während der Krise zu widmen", erklärt Pater Fernandes.
Pater Augustine Pushparaj, einer der Berater, sagt: "Die plötzliche Ausgangssperre hat die Menschen auf ihre Häuser beschränkt und viele von ihnen geraten dadurch in Schwierigkeiten. Wir hören ihnen geduldig zu und versuchen, ihnen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen", fügt er hinzu.
Ein ähnliches Unterstützungs- und Beratungsprojekt wurde von der Catholic Health Association of India mit Sitz in Secunderabad im Bundesstaat Telangana ins Leben gerufen.
Am 24. März verhängte die indische Regierung für 21 Tage eine strikte Ausgangssperre, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, die eventuell verlängert werden könnte.
 (SD-PA) (Fides 17/4/2020)


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