AFRIKA/NIGERIA - “Das Coronavirus lehrt uns Demut, und macht die Notwendigkeit der Umkehr zu Gott bewusst“

Mittwoch, 8 April 2020   bischöfe   gesundheitswesen   korruption  

Abuja (Fides) – Als ein Bad der Demut, das alle daran erinnere, wie wichtig es ist, zu Gott zurückzukehren, berschreiben die Bischöfe von Nigeria in einer Botschaft an die Gläubigen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2, das die Krankheit COVID-19 verursacht.
"Alle Nationen, ob groß oder klein, entwickelt und weniger entwickelt, arm und reich, haben gesehen, dass Technologie nicht viel kann", so Erzbischof Ignatius Ayau Kaigama von Abuja, der Hauptstadt des Landes. „Es ist eindeutig ein Neuanfang für die Menschheit. Es bedeutet, dass wir zur goldenen Regel der Liebe und des gegenseitigen Respekts zurückkehren müssen. Vor allem hat es gezeigt, dass Gott auf dem Thron sitzt und jeder zu ihm zurückkehren sollte", betonte er.
Auch Bischof Paulinus Chukwuemeka Ezeokafor von Awka, dessen Gottesdienst am Palmsonntag bei Facebook und anderen Online-Kanälen gestreamt wurde, sagt: "Das Coronavirus hat gezeigt, dass wir einfache Sterbliche sind und dass wir nichts Besonderes sind. COVID-19 hat alle gedemütigt, einschließlich derer, die bis dahin keine Notwendigkeit gesehen hatten, Gott um eine Lösung und Hilfe zu bitten." Der Bischof von Awka lud alle ein, in dieser Zeit des Umbruchs ununterbrochen zu beten, und sagte, er sei optimistisch, dass man diese schwierige Situation überwinden werde. Mgr. Ezeokafor bat die Gläubigen, Familien in Schwierigkeiten zu helfen. „Ich fordere Sie alle auf, den Bedürftigen etwas zu geben. Wir sollten jederzeit lernen zu geben. Viele Menschen leben von Tag zu Tag. Viele können sich nicht selbst versorgen, geschweige denn jetzt, wo sie zuhause beleiben müssen“. In diesem Zusammenhang gab er bekannt gab, dass die Diözese ein Ernährungshilfeprogramm für die Armen gestartet hat und dass alle Hilfsorganisationen der Kirche zu diesem Zweck mobilisiert wurden.
 Kardinal Anthony Olubunmi Okogie, Erzbischof von Lagos, hingegen betont, dass Covid-19 die durch Korruption verursachten Mängel der nigerianischen Gesundheitseinrichtungen besonders hervorhebe."Wenn sich Behörden bis auf niedrigster Ebene mit der scheinbar unwiderstehlichen Tendenz verbunden sind, Geld aus Nigerias Kassen zu stehlen und zu verschwenden, befindet man sich nun in einem Land, dessen Krankenhäuser auf bloße Beratungsräume reduziert sind", beklagt Kardinal Okogie.
"Es reicht daher nicht aus, dass unsere Gesetzgeber für zwei Monate auf ihren Lohn verzichten , wie sie angeboten haben. Es ist auch unzureichend, dass Senatoren die Hälfte ihres Lohns für COVID-19 spenden. Die enormen Grundlöhne und Zulagen unserer Politiker sollten ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. Mit diesem Geld sollte ein qualitativ hochwertiges System für die Erbringung medizinischer Dienstleistungen eingerichtet werden ", fordert der Kardinal abschließend.
(L.M.) (Fides 8/4/2020)


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