ASIEN/INDIEN - Corona-Pandemie: Katholische Kirche stellt Notunterkünfte für Wanderarbeiter zur Verfügung

Dienstag, 7 April 2020 menschenrechte   solidarietät       vertriebene   migranten  

Ranchi (Fides) -Die katholische Erzdiözese Ranchi im ostindischen Bundesstaat Jharkhand hat eine erste Notunterkunft für Wanderarbeiter und ihre Familien eingerichtet die im Distrikt Muri an der Grenze zu Westbengalen gestrandet sind. Insgesamt weitere 13 Einrichtungen dieser Art sollen in kürze zur Verfügung stehen. Die Maßnahme zielt darauf ab, Armen, Migranten und Arbeitern zu helfendie durch den Lock-down des Landes zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sich auf den Weg in ihre Heimatsdörfer gemacht haben, dort jedoch bisher nicht angekommen sind und so zu "Binnenvertriebenen" wurden.
Dies es handetl sich um Migranten, Tagelöhner, Hausangestellte, Straßenverkäufer, Rikschafahrer, Reinigungskräfte und ungelernte Arbeiter, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Sie arbeiten in verschiedenen formellen und informellen Sektoren im ganzen Land und sind am stärksten von der Schließung von Fabriken, Unternehmen und Institutionen betroffen. Nach Schätzungen der indischen Regierung sind 450 Millionen Menschen von den insgesamt 1,3 Milliarden Einwohnern Indiens "interne Migranten", die innerhalb der riesigen indischen Föderation auf der Suche nach Arbeit als so genannte Wanderarbeiter unterwegs sind. Die meisten kommen aus Uttar Pradesh und den östlichen Bundesstaaten Bihar, Jharkhand, Westbengalen, Orissa, Jharkhand und Assam. Tausende von ihnen haben versucht zu Fuß in die Heimat zurückzukehren, da Langstreckenbusse, Taxis und Züge nicht mehr fahren. So sitzen nun Tausende Familien in Jharkhand fest.
 Vor einem solchen Hintergrund bat die Regierung des Bundesstaates Jharkhand die katholische Kirche um Unterstützung, um den Migranten, die im Bundesstaat festsitzen, auf ihrem Weg in Hilfe zukommen zu lassen. Die katholische Kirche des Bundesstaates, versucht nun Unterkunft, Nahrung und Grundversorgung bereitzustellen. "Unter den 46 Personen, die wir bereits unterbringen konnte, sind sechs Frauen und drei Kleinkinder. Eine der Frauen ist schwanger", so Pfarrer Sushil Toppo, Sekretär der Erzdiözese Ranchi gegenüber Fides. Die Unterkünfte befinden sich auf dem Gelände der "Ursuline High School" in Muri. Vor ihrer Unterbringung wurden alle Gäste ärztlich untersucht, um eine positive Coronavirus-Infektion auszuschließen. Die Unterkunft ist für etwa 200 Personen ausgestattet und beachtet die Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen.
 Der Weihbischof des Erzbistums Ranchi, Theodore Mascarenhas besuchte die Notungerkunft zusammen mit dem Provinzial der Jesuiten, p. Joseph Marianus Kujur und mehreren Priestern am Morgen des 4. April. Dabei lobte der Weihbischof die Zusammenarbeit zwischen Zivil- und Kirchenbehörden und lud die Gästen ein, die Unterkunft als "ihr Zuhause zu betrachten", wo man "sie als Brüder und Schwestern mit Liebe behandelt werden". Anschließend bestätigte er, dass 13 weitere katholische Strukturen in der Diözese bereits von der Ortskirche bereits für die Unterbringung vorbereitet werden bald weitere Migranten aufnehmen können.
Die Bevölkerung des Bundesstaates Jharkhand ist zu 68,8% der hinduistisch, zu 14,5% muslimisch und 4,3% bekennen sich zum christlichen Glauben.
(SD-PA) (Fides 7/4/2020)


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