EUROPA/ITALIEN - Corona-Pandemie: Christliche Vereine und Gemeinschaften fordern „humanitären Korridor“ für den Iran und Aussetzung der Sanktionen

Mittwoch, 1 April 2020 mittlerer osten     geopolitik   humanitäre hilfe   krisengebiete  

Rom (Fides) – In einem gemeinsamen Appell fordern in Italien ansässige von christliche Vereine und Gemeinschaften und einzelnen Persönlichkeiten der Kultur und Aktivisten, die sich für den Schutz von Rechten und humanitäre Hilfe einsetzen, die dringende Schaffung eines "Korridors für Gesundheitshilfe", um im Iran die Bereitstellung von wichtigen Medikamente und medizinischr Versorgung zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie zu gewährleisten, und eine sofortige Aussetzung der Wirtschaftssanktionen, die dieses Land betreffen, um die Bereitstellung aller Vermögenswerte zu ermöglichen, die zur Eindämmung der Gesundheitskrise notwendig sind. Der Aufruf richtet sich insbesondere an "die am wenigsten von der Krise und wurde zur Kenntnisnahme an Ayatollah Ali Khamenei, an den Hohen Vertreter der Europäischen Union für auswärtige Angelegenheiten, Josep Borrell. an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, David Sassoli, sowie an das italienische Staatsoberhaupt, Präsident Sergio Mattarella verschickt.
 "Es ist bekannt, dass der Iran, eines der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Länder ist", heißt es im Text des Aufrufs, "und dass das Land nicht in der Lage ist, die notwendige medizinische Hilfe zur Eindämmung der Epidemie entgegenzunehmen, was durch internationale Sanktionen blockiert wird“. In dem Schreiben wird betont, dass der Zugang zu Medikamenten, medizinischen Geräten und Behandlungen "ein grundlegendes Menschenrecht ist, das in der Charta der Vereinten Nationen verankert ist", und dass "der Internationale Gerichtshof festgestellt hat, dass alle Sanktionen, die humanitären Aktivitäten behindern ausgesetzt werden müssen, und der freie Zugang der Staaten zu Schutzmaßnahmen und Ressourcen zur Abwehr von Gesundheitskrisen und Naturkatastrophen genehmigt (und nicht sanktioniert) werden müssen.”
 Die Unterzeichner bitten um "Beweise für Menschlichkeit, Zivilisation, Brüderlichkeit und Intelligenz", wobei auch darauf hingewiesen wird, dass "die im Iran stattfindende Epidemie nicht nur für das iranische Volk, sondern für alle Völker der Region und für die gesamte Menschheit eine ernsthafte Bedrohung darstellt, die erst dann als risikofrei angesehen werden können, wenn das iranische Problem gelöst ist". Denn niemand könne sich vor der Epidemie sicher fühlen, solange auch nur ein Infektionsherd aktiv bleibe. Es sei daher an der Zeit “eine starke Solidarität und eine aktive Brüderlichkeit unter den Völkern zu verwirklichen”.
Berits Mitte März (vgl. Fides 20/03/2020) wurde bekannt gegeben, dass der iranische Ayatollah Seyed Mostafa Mohaghegh Damad sich in einem Schreiben an Papst Franziskus gewandt hatte, und diesen um sein Eingreifen bat, um sicherzustellen, dass die Sanktionen gegen den Iran vor allem in Bezug auf die medizinische Versorgung aufgehoben werden.
 (GV) (Fides 1/4/2020)


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