AFRIKA/NIGERIA - Coronavirus-Epidemie: Leere Straßen und Gottesdienste im Fernsehen

Freitag, 27 März 2020   christentum   glaube   gesundheitswesen  

Lagos (Fides) - "Die Behörden des Staates Lagos sowie anderer nigerianischer Staaten, in denen die Ausbreitung des Coronavirus besonders bedrohlich ist, hben die Schließung von Schulen und Märkten angeordnet und alle Bürger aufgefordert, zu Hause bleiben und strenge Hygienevorschriften befolgen. Die Situation in Nigeria ist jedoch von Staat zu Staat unterschiedlich. Hier sind Versammlungen von mehr als 20 Personen verboten und folglich werden auch Gottesdienste nicht stattfinden. Wir senden regelmäßig Messen aus der Kathedrale über das Fernsehen und sind in den sozialen Medien aktiv", so Erzbischof Alfred Adewale Martins von Lagos zur aktuellen Lage in Nigeria.
 "Die Zentralregierung reagiert langsam und schrittweise, „so der Erzbischof weiter, „Der erste Schritt bestand darin, die Grenzen zu schließen, und wir glauben, dass dies eine angemessene Maßnahme war. Dann wurden öffentliche Desinsektionen durchgeführt. Wir glauben, dass es wichtig ist, die Kapazitäten zur Durchführung von Tests zu verbessern und bessere logistische Lösungen für diejenigen zu finden, die sich in Quarantäne befinden“. „Gute Nachrichten kommen aus dem privaten Sektor“, betont er, „der den Staat sowohl bei Tests als auch bei der Bereitstellung von Betten für die Unterbringung von Infizierten unterstützt. Bis zum 26. März gab es jedoch in keinem Bundesland eine vollständige Sperrung. Doch Menschen scheinen sich von Stunde zu Stunde der Risiken bewusster zu werden. Hier sind zum Beispiel die Straßen seit Tagen verlassen. Dies gibt uns Hoffnung, dass die Verbreitung des Virus eingedämmt werden kann.“
In der Zwischenzeit überwachen Polizisten die Einhaltung der Anweisungen und die in einigen Fällen wurden auch Gebetsstätten kontrolliert. „Glücklicherweise” der Erzbischof weiter, “gab es dabei bisher keine einschüchternden Vorgehensweisen. Wir hoffen, dass dies auch in Zukunft so sein wird, damit die Rechte der Menschen nicht beeinträchtigt werden, die von der Situation bereits sehr gestresst sind". “Wir sind jedoch bereits sehr vorsichtig”, so der Erzbischof von Lagos abschlieüend zur Lage in seinem Bistum, aus dem zurzeit die meisten Infizierten des Landes gemeldet werden, “und befolgen alle von den Behörden angeordneten Vorsichtsmaßnahmen und Empfehlungen sehr genau."
Nigeria ist mit 155 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas und beobachtet mit großer Sorge die Ausbreitung des Coronavirus auf dem Kontinent. Die Zahl der Infizierten in Afrika steigt weiter: Das bisher am stärksten betroffene Land ist Südafrika, während die Länder in denen es noch keine Ansteckungen gibt, immer weniger werden. In Nigeria gibt es etwas mehr als 50 Fälle, 30 davon allein im Bundesstaat Lagos.
(LA) (Fides 27/3/2020)


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