AFRIKA/D.R. KONGO- Weiße Väter befürchten Hungersnot durch Corona-Pandemie

Donnerstag, 26 März 2020 hungersnot       missionare  

Bukavu (Fides) - "Die Ausbreitung des Coronavirus ist bisher noch nicht dramatisch, aber wir dürfen es nicht unterschätzen. Wir müssen alle möglichen Vorkehrungen treffen, um eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden und der Bevölkerung zu helfen", so Pater Alberto Rovelli, von der gesellschaft der Afrikamissionen (Weiße Väter) in Bukavu, der Hauptstadt von Süd-Kivu, zur derzeitigen Situation der Epidemie in der DR Kongo. "Im Moment”, fährt er fort, “scheinen es noch wenige Infizierte zu geben. Die Behörden sprechen von hundert Fällen in Kinshasa. Hier in Bukavu sollten es nicht mehr als vierzig Menschen sein, die vom Virus betroffen sind und bisher gibt es keine Todesopfer. Es ist jedoch schwer zu sagen, wie viele andere Fälle es im Rest des Landes gibt, der sehr groß ist und in dem es kein weit verbreitetes Gesundheitsweseb gibt. "
 Der Präsident der DR Kongo, Félix Tshisekedi, verkündete während einer am Dienstag gehaltenen Fernsehansprache den "Ausnahmezustand" und kündigte die Isolation der Hauptstadt Kinshasa (mit etwa 18 Millionen Einwohnern) an. Während der Fernsehansprache verkündete er auch das Verbot an, in die Provinzen der Hauptstadt einzureisen oder aus ihnen auszureisen. Ziel sei es, "Kinshasa zu isolieren, das sich als Krisenregion für den Ausbruch der Pandemie herausgestellt hat".
In Bukavu betreiben die Weißen Väter ein philosophisches Bildungszentrum mit zahlreichen Studenten. Vorsichtshalber wurde dort der Unterricht ausgesetzt. Die Studierenden sollen das Kolleg jedoch nich verlassen. "Unser Haus”, erklärt Pater Alberto, “ist etwas isoliert von der Stadt und aus diesem Grund vielleicht etwas besser vor der Infektion geschützt. Die jungen Studierenden würden sicherlich mehr riskieren, wenn sie zu ihren Familien zurückkehren würden. Um sie zu beschäftigen, haben wir Englischkurse organisiert und sie in handwerkliche Tätigkeiten eingebunden. Wir haben sie gebeten, keine Freunde und Verwandten zu besuchen und keine Besuche hier in der Gemeinschaft zu empfangen".
 Die Missionare selbst verlassen die Gemeinschaft nur, um Lebensmittel zu kaufen. Die pastorale Tätigkeit hat sich ebenfalls verlangsamt. “Wir sind den Anweisungen unserer Bischöfe gefolgt”. So Pater Alberto weiter, “Sonntagsgottesdienste und Beerdigung wurden ausgesetzt. geplante Eheschließungen werden zwar noch gefeiert, aber es dürfen nicht mehr als zehn Personen anwesend sein. Noch nicht geplante werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. "
Pater Alberto und seine Mitbrüder befürchten die Ausbreitung des Virus, vor allem aber eine mögliche Hungersnot im Land: “Die Angst richtet bereits ernsthaften Schaden an. Die Lebensmittelpreise sind deutlich gestiegen. Ein paar Lastwagen Mehl kommen noch aus Ruanda, aber wo werden die Vorräte landen, werden die Familien Essen bekommen? Das Risiko besteht darin, dass das Virus eine Hungersnot mit sich bringt, die sich als noch tödlicher erweisen könnte als das Virus selbst“.
(EG) (Fides 26/3/2020)
 


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