AFRIKA/KAMERUN - Welttag der Armen: “Verbundenheit mit Bedürftigen als Priorität der Kirche”

Samstag, 16 November 2019 armut    

Fides

AFRIKA/KAMERUN – Welttag der Armen: “Verbundenheit mit Bedürftigen als Priorität der Kirche”
Yaoundé (Fides) - „Gegenwärtig hat sich das Problem der Armut in Kamerun verschärft: viele Menschen leiden Hunger, es fehlt an Nahrungsmitteln, die Preise sind aufgrund der hohen Inflationsrate hoch und es fällt den Menschen schwer, das sich mit dem zu versorgen, was sie brauchen. Viele Familien können nicht einmal die Gesundheitskosten decken und ihre Schulden bezahlen. Es ist für sie schwierig geworden, eine Mahlzeit am Tag zu beschaffen", so Pfarrer Jerome Paluku, Sekretär für Missionszusammenarbeit des Ordens der unbeschuhten Karmeliter, über die Lage der Mehrheit der Bevölkerung in dem afrikanischen Land.
In der Pfarrei Nkoabang in Bitotol, um Südosten der Hauptstadt Jaunde, sind die Karmeliter seit über 20 Jahren aktiv: "Unser Charisma ist genau das der Verkündigung und der Solidarität, insbesondere gegenüber den Schwachen, den Armen und den Verlassenen. Wir versuchen, ihre Bedürfnisse zu verstehen und ihnen so gut wie möglich zu helfen“. Im Zeichen dieser Verbundenheit und der Nähe zu den Bedürftigsten wurden am Sonntag, dem 17. November, anlässlich des dritten "Welttages der Armen", der von Papst Franziskus ins Leben gerufen wurde, in der Pfarrei Nkoabang besondere Initiativen für Menschen in Not auf den Weg gebracht: "Unsere Mitbrüder besuchen regelmäßig die vielen Kranken in der Gegend und bringen ihnen neben den Sakramenten auch Lebensmittel und Medikamente.“
„Der Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren" (Ps 9,19) lautet das Thema, das der Papst in diesem Jahr für den Welttag ausgewählt hat: "Unsere Mission zur Unterstützung der kamerunischen Bevölkerung in Nkoabang“, so Pater Jerome „konnte dank der Zusammenarbeit mit der spanischen NGO Manus Unidas verwirklicht werden und finanziert sich auch mit Erträgen aus der Tätigkeit eines Bauernhofs, der Hühner und Schweine züchtet sowie aus dem Anbau von Palmen“. "In Nkolbisson, einem nördlichen Vorort der Hauptstadt, wo sich unser Seminar befindet, wurden Brunnen für die Trinkwasserversorgung gebaut", fügt er hinzu. Dank einer von den Karmelitinnen geführten Leprastation in der Stadt Douala im Süden des Landes an der Atlantikküste garantieren die Missionare außerdem eine kostenlose Behandlung der Kranken. "Es ist ein Zeichen der Nähe zu diesen Menschen“, so der Ordensmann weiter, „um ihnen ein Lächeln und die Hoffnung auf ein besseres Leben zu schenken."
Die Armutsrate liegt in Kamerunnach wie vor bei 37,5% und auf der Skala des Human Development Index der Vereinten Nationen befindet sich das afrikanische Land auf Platz 153 von insgesamt 187 Ländern. Hungersnöte, Klimawandel und eine immer noch recht hohe Inflationsrate (4,3%) machen die von der Landwirtschaft geprägte Volkswirtschaft instabil. "Die gesundheitliche Situation“, bestätigt Pater Paluku, „hat sich aufgrund von Mangelernährung verschlechtert und betrifft hauptsächlich Kinder und ältere Menschen, die am stärksten körperlich gefährdet sind und häufig an Malaria erkranken". Trotzdem seien auch arme Menschen Hilfsbereit: "Das kamerunische Volk“, so der Missionar abschließend, „ist immer bereit zu teilen: das Wenige, das sieh haben, bieten die Menschen den Bedürftigen an".
(ES) (Fides 16/11/2019)


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