AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - “Die Justiz darf nicht zu einem Instrument der Ungerechtigkeit werden“

Mittwoch, 28 November 2018 gewalt   gerechtigkeit   kriminalität   terrorismus   dschihadisten   bewaffnete gruppen   menschenrechte  

„Gewalt und Schrecken breiten sich in der Republik Zentralafrika weiter aus. Die Verbrechen werden zunehmend brutaler und das Land sieht sich mit einem Elend konfrontiert, das über alle menschliche Vorstellungskraft hinausgeht“, beklagt Pater Donald Zagore, Theologe der Gesellschaft für die Afrikamissionen in einem Kommentar zu den Massakern in Alindao von denen auch die Kirche nicht verschont bleibt (vgl. Fides 20/11/2018). "Trotz dieses Schreckensszenarios scheint sich die gesamte internationale Gemeinschaft nicht ernsthaft für die Entwaffnung der Rebellen und die Festnahme aller Verantwortlichen dieses Konflikts einzusetzen. Im Gegenteil, es gibt gezielte Maßnahmen, die den Frieden nicht festigen, sondern ihn zunehmend gefährden ", fügt der ivorische Theologe hinzu.
Unterdessen wurde Alfred Yekatom, allgemein bekannt als 'Colonel Rambo', ehemaliger Unteroffizier der Armee der Zentralafrikanischen Republik, ehemaliger Abgeordneter und ehemaliger Anführer der Anti-Balaka-Milizen (die gegen die Seleka-Milizen kämpfen) verhaftet und an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) überstellt und dort wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter, Verstümmelung und Rekrutierung von Kindersoldaten verurteilt. "Dies ist sicherlich ein Schritt, der der Bevölkerung zunächst einmal Vertrauen schenkt, doch im Wesentlichen ist es ein weiteres Zeichen von Ungerechtigkeiten und Voreingenommenheit der Justiz, und trägt nicht dazu bei Spannungen abzubauen, sondern führt zu einer Zuspitzung der ohnehin chaotischen sozio-politischen Situation in der Zentralafrikanischen Republik", fügt er hinzu."Die Festnahme“, so Pater Zagore, „ist Ausdruck selektiver Gerechtigkeit. Es ist nicht nur der Anführer des bewaffneten Anti-Balaka-Einheiten, der im Land sein Unwesen treibt, es gibt auch noch die Seleka-Rebellen. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass die Anti-Balaka-Truppen als Reaktion auf Gewalt und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Seleka-Rebellen entstanden sind", so der Missionar. "Solange die Seleka-Milizen in Zentralafrika ungestraft bleiben und weiterhin ihr Unwesen treiben, bleibt der Frieden in weiter Ferne. Wenn wir unseren Brüdern und Schwestern in der Zentralafrikanischen Republik etwas Gutes tun und das Elend beenden wollen, dürfen wir die die Justiz nicht in ein Instrument der Ungerechtigkeit verwandeln. "
(DZ/AP) (Fides 28/11/2018)


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