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Africa

2003-09-23

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - NACH DER ÖFFUNG DER GRENZEN WURDEN AUCH DIE BAHNVERBINDUNG ZWISCHEN COTE D’IVOIRE UND BURKINA FASO WIEDER HERGESTELLT. DOCH DER WEG ZUR NORMALITÄT IST EIN JAHR NACH AUSBRUCH DES BÜRGERKRIETS NOCH WEIT

Abidjan (Fidesdienst) – Die Bahnverbindungen zwischen Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste) und Burkina Faso wurden wieder hergestellt. Am 21. September kam der erste Zug aus Burkina Faso in der Hafenstadt Bobo Dioulasso an.
„Arbeiter aus beiden Ländern haben sich mit einem Schreiben an die Präsidenten der beiden Länder gewandt, in dem sie um eine baldige Öffnung der Bahnlinien gebeten hatten. Viele Beschäftigte riskierten die Kündigung, nachdem die Eisenbahnlinien vor einem Jahr geschlossen worden Waren“, erklärt ein in Bouaké im Norden von Cote d’Ivoire tätiger Missionar im Gespräch mit dem Fidesdienst. Bouaké befindet sich in der von den MPCI-Rebellen belagerten Region des Landes. Nur wenige Wochen vor der Wiederherstellung der Bahnverbindungen zwischen Coted’Ivoire und Burkina Faso waren die Grenzen zwischen den beiden Ländern geöffnet worden (vgl. Fidesdienst vom 11. September 2003). „Diese jüngsten Entwicklungen sind wichtig, doch leider gibt es weiterhin Behinderungen im Verkehr zwischen den beiden Ländern: Lastwagenfahrer müssen zum Beispiel nicht nur die Maut an der Grenzen zwischen den beiden Ländern zahlen, sonder auch bei den Straßenblockaden zwischen den von der Regierung oder den Rebellen kontrollierten Gebieten werden jedes Mal Gebühren erhoben“, berichtet der Missionar.
Ein Jahr nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Cote d’Ivoire lebt das Land immer noch in einer schwierigen Situation. Trotz der im Januar 2003 unterzeichneten Vereinbarungen von Marcoussis (Frankreich) bleibt Cote d’Ivoire weiterhin in zwei Teile gespalten: ein Teil des Landes befindet sich unter Kontrolle der regulären Streitkräfte, der Nordwesten befindet sich immer noch in den Händen verschiedener Rebellenbewegungen. Die Regierung der Nationalen Einheit, der auch Vertreter der Guerillabewegungen angehören war lange Zeit nicht handlungsfähig, weil man sich nicht auf die Besetzung der Ämter des Innen- und des Verteidigungsministers einigen konnte. Mitte September ernannte Staatspräsident Laurent Gbagbo den unabhängigen Politiker und Freund des Premierministers Seydou Diarra zum Verteidigungsminister und den Menschenrechtskämpfer Martin Bleou zum Innenminister.
Die Führungsreihen der MPCI waren jedoch nicht sehr begeistert von dieser Auswahl. „Heute werden sich die politischen und militärischen Anführer der Bewegung zu Gesprächen über einen zeitweiligen Rückzug aus der Regierung der Nationalen Einheit und die Einstellung der Waffenabgabe in den eigenen Reihen treffen. Wenn es so wäre, dann könnte in Cote d’Ivoire erneut ein Bürgerkrieg ausbrechen“, befürchten die Fidesquellen. Die Menschen sind erschöpft. Hier im Norden werden seit zwölf Monaten keine Gehälter bezahlt, die Bauern bewirtschaften ihre Felder nicht mehr, weil die Rebellen die Ernte plündern.“
„In dieser Situation dürfen wir Glaubenden auf das Wirken des Heiligen Geistes vertrauen. Er stärkt unsere Hoffnung; wenn wir nur auf das menschliche Handeln schauen würden, dann wären wir schon lange verzweifelt“, so der Missionar abschließend. (LM) (Fidesdienst, 23/9/2003 – 44 Zeilen, 459 Worte)

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