AMERIKA/BRASILIEN - Kampagne der Brüderlichkeit 2018: Gewaltbekämpfung steht im Mittelpunkt

Donnerstag, 15 Februar 2018 fastenzeit   gewalt   jugendliche   eingeborene   intoleranz   waffen   bischofskonferenzen  

CNBB/Willian Bonfim

Brasilia (Fides) - Oft kennzeichnet Gewalt den Alltag in Brasilien, einem Land, in dem 13% aller Morde weltweit stattfinden, obwohl die Bevölkerung nur 3% der Weltbevölkerung ausmacht. Stündlich werden fünf Menschen erschossen. Die Brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) hat daher, die Reflexion über die Gewaltbekämpfung in den Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne der Brüderlichkeit gestellt, die wie jedes Jahr am Aschermittwoch beginnt. Anlässlich der Eröffnung der Kampagne am gestrigen 14. Februar, sandte Papst Franziskus eine Botschaft, in der er vor allem dazu rät zur Vergebung bereit zu sein. Denn insbesondere die Überwindung von Groll, Wut und Rachegefühlen - so der Papst in seiner Botschaft – sei eine notwendige Voraussetzung für ein Leben als Brüder und die Bekämpfung von Gewalt.
Laut dem Youth Violence Vulnerability Index der UNESCO und des brasilianischen Forums für öffentliche Sicherheit, machten die Morde an jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in Brasilien im Jahr 2017 insgesamt 52,63% der gesamten Morde aus. Frauenmorde, häusliche Gewalt und Vergewaltigungen nehmen zu (schätzungsweise über 450.000 Fälle pro Jahr). Außerdem gibt es vielfältige gibt weitere Phänomene der Gewalt, darunter Ausbeutung und sexueller Handel mit Minderjährigen, Misshandlungen von Landarbeitern und einen Anstieg bei Morden und Einschüchterungsversuchen gegen indigene Völker.
In den von der Bischofskonferenz vorbereiteten Arbeitsmaterialien zur Kampagne wird beklagt, dass es "eine Art Ausrottung bestimmter Teile der Bevölkerung gibt: die Jungen, die Schwarzen und die Ärmsten" seien besonders betroffen und es bestehe "ein wachsendes Misstrauen gegenüber der Justiz und der Polizei". All dies mit über 650.000 Inhaftierten in den Vollzugsanstalten des Landes, die zum Teil vom Gefängnis aus kriminelle Organisationen kontrollieren.
Diese bestätigt, was Kardinal Sergio da Rocha bei der Präsentation der Kampagne betonte: "Das Leben und die Würde der Menschen, der am meisten gefährdeten sozialen Gruppen sind betroffen". Da Gewalt eine komplexe Realität sei, "sind zwar Initiativen von Einzelpersonen wichtig aber vor allem auch gemeinschaftliche Aktionen". In diesem Sinne appellieren die brasilianischen Bischöfe im Rahmen der Kampagne der Brüderlichkeit an die ganze gesamte brasilianische Gesellschaft.
(LMM/LG) (Fides 15/02/2018)


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