ASIEN/INDIEN - Vollversammlung der Indischen Bischofskonferenz: "Vereint für die Mission der Barmherzigkeit"

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Cbci

New Delhi (Fides) –„Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt. In der Vielfalt geeint, für eine Mission der Barmherzigkeit und des Zeugnisses". Unter diesem Motto versammelt sich die Indische Bischofskonferenz (CBCI) vom 2. bis 9. Februar in Bangalore.
„Das Motto besagt im ersten Teil dass Jesus Christus verspricht, dass er seine Kirche jederzeit und unter allen Umständen begleiten wird. Das gibt uns Kraft und Mut bei der Sendung den Menschen zu dienen und ihnen vom Evangelium Zeugnis zu geben", so der Generalsekretär des der Indischen Bischofskonferenz, Bischof Theodore Mascarenhas, im Gespräch mit Fides. Die in der Indischen Bischofskonferenz zusammengeschlossenen Bischöfe tragen pastorale Verantwortung für rund 20 Millionen indische Katholiken.
Die Vollversammlung finde zu einer Zeit statt, in der die katholische Kirche in Indien "vor der großen Herausforderung steht, dem Evangelium zu dienen und Zeugnis zu geben", so der Bischof weiter. "Die Kirche ist ein großer Förderer der Einheit in der Vielfalt. Aber Gruppen und Organisationen, die den kulturellen und religiösen Nationalismus fördern, werden immer stärker", beklagt er.
Lynchmorde an Menschen unter dem Vorwand „dass diese Kühe schlachten und auf dem Schwarzmarkt verkaufen oder Rindfleisch essen“ machen insbesondere Christen und Muslimen in Indien zunehmend Angst. Morde an Journalisten und mobartige Übergriffe gelten als beunruhigende Signale in einer säkularen und friedliche Gesellschaft: „Gewalt, die im Namen eines angeblichen Nationalismus begangen wird, bereitet den Bischöfen große Sorge“, sagt Bischof Mascarenhas, der betont, dass „durch die Unterstützung der Behörden, insbesondere des Ministers für Tourismus, Alphonse Kananatham, und anderer Mitglieder des Parlaments, die Situation einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden kann“. Während Christen nach wie vor besorgt über die „Polarisierung in der indischen Gesellschaft“ sind, werden sich die Bischöfe damit befassen, wie „die Kirche Salz, Licht und Sauerteig sein kann, damit alle Männer und Frauen guten Willens gemeinsam konstitutionellen Werte schützen und für eine friedliche und versöhnte Nation eintreten". Die Bischöfe, so der Generalsekretär der Bischofskonferenz abschließend, werden vor allem auch erörtern, "wie die Kirche weiterhin Zeugnis von der Liebe Jesu Christi ablegen und der Nation dienen kann".
Dabei wollen die indische Bischöfe auch neuen Formen der Zusammenarbeit mit Regierungen in den einzelnen Ländern und auf zentraler Ebene suchen, was Entwicklungsprojekte mit besonderem Augenmerk für die Volksgruppen der der Dalit, der indigenen Völker und anderer Randgruppen der Gesellschaft anbelangt. Die Versammlung wird am 2. Februar 2018 mit einem feierlichen Gottesdienst unter dem Vorsitz des Apostolischen Nuntius in Indien, Erzbischof Giambattista Diquattro, eröffnet. Als Gast nimmt der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Bo, an der Versammlung teil, in deren Rahmen die Bischöfe auch einen neuen Vorsitzenden und zwei Stellvertreter für eine Amtszeit von jeweils zwei Jahren wählen.
(PN) (Fides 1/2/2018)


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