AMERIKA/CHILE - Papst Franziskus: Das “technokratische Paradigma” privilegiert wirtschaftliche Interessen und bedroht das Gemeinwohl

Dienstag, 16 Januar 2018 papst franziskus   eingeborene   minderjährige    

Diego Fares (@faresdiego

Santiago de Chile (Agenzia Fides) - Man müsse “Widerstand gegen den Vormarsch des technokratischen Paradigmas bilden, das das Eindringen mächtiger wirtschaftlicher Interessen in unsere natürlichen Ökosysteme und folglich in das Gemeinwohl unserer Völker privilegiert”. Und dabei könne Die Weisheit der autochthonen Völker kann hier einen großen Beitrag liefern. Von ihnen können wir lernen, dass es keine Entwicklung für ein Volk gibt, das der Erde den Rücken kehrt und allem und allen, die sie umgeben”. Dies betonte Papst Franziskus in der ersten öffentlichen Ansprache seines Besuchs in Chile bei der Begegnung mit Vertretern der Regierung und des öffentlichen Lebens sowie mit dem Diplomatischen Korps im “La Moneda”-Palast. In seiner Antwort auf die Begrüßungsworte der scheidenden Präsidentin Michelle Bachelet unterstrich Papst Franziskus die Fortschritte, die Chile in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Weg der Demokratie und Entwicklung seit der Militärdiktatur gemacht hat. Ein Weg mit zahlreichen Hindernissen und Turbolenzen. Jede Generation müsse sich “die Kämpfe und die Errungenschaften der früheren Generationen zu eigen machen“ und diese “jeden Tag neu erringen”.
Der Papst erinnerte an den heiligen Alberto Hurtado und zitierte dabei den verstorbenen chilenischen Kardinal Raúl Silva Henríquez wobei er insbesondere an die Bedeutung der “Fähigkeit des Zuhörens” erinnerte, der in Chile eine “hohe Bedeutung” zukomme “denn hier muss die ethnische, kulturelle und historische Pluralität vor jedem Versuch einer Parteinahme oder Vormachtstellung geschützt werden und vielmehr unsere Fähigkeit zur Geltung bringen, ausschließende Dogmatismen abzulegen und sich dem Gemeinwohl unvoreingenommen zu öffnen (das nie ein Gut wird, wenn es nicht einen gemeinschaftlichen Charakter hat)”. Die Fähigkeit des Zuhörens müsse alle berücksichtigen: Arbeitslose, autochtonen Völker und Migranten “die an die Türen diese Landes klopfen auf der Suche nach einem besseren Leben” aber auch Jugendlichen ”die vor der “Geißel der Droge” geschützt werden müssen, sowie älteren Menschen und Kindern den Kindern “die sich mit ihren Augen voll von unschuldigem Staunen der Welt zuwenden und von uns echte Antworten für eine Zukunft in Würde erwarten”. In diesem Zusammenhang brachte Papst Franziskus bereits in seiner ersten Ansprache auf chilenischem Boden “den Schmerz und die Scham” zum Ausdruck, “die ich angesichts des nicht wieder gutzumachenden Schadens empfinde, der Kindern von Geistlichen der Kirche zugefügt worden ist. Ich möchte mich mit den Mitbrüdern im Bischofsamt vereinen” und betonte bezüglich des Missbrauchsskandals: “Es ist recht, um Verzeihung zu bitten und mit allen Kräften die Opfer zu unterstützen. Zugleich müssen wir uns dafür einsetzen, dass sich dies nicht wiederholt”.
(GV) (Fides 16/1/2017).


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