ASIEN/INDONESIEN - Muslime und Christen gemeinsam für Respekt, Toleranz und Zusammenleben

Montag, 30 Oktober 2017 religionsfreiheit   religiöse minderheiten   islam   christentum   extremismus   menschenrechte   dialog  

Jakarta (Fides) - “In Indonesien arbeiten Muslime und Christen gemeinsam für den Aufbau eines sozialen und kulturellen Umfelds des gegenseitigen Respekts und des Zusammenlebens. Dies geschieht im Rahmen einer umfassenden Bildungsarbeit, insbesondere auch im Familienleben”, so die muslimische Aktivistin Siti Musdah Mulia, die sich insbesondere für die Rechte indonesischer Frauen einsetzt. “Dieses Engagement für eine Kultur des Friedens und des Respekts und der Toleranz sowie der inklusiven Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften, kann nicht spontan in der Gesellschaft geschehen. Vielmehr muss es im Rahmen eines Bildungssystems koordiniert werden”, so Mulia, Vorsitzende der "Indonesian Conference on Religion for Peace" und Dozentin für islamische Politikwissenschaft an der "Syarif Hidayatullah" State Islamic University in Jakarta.
“Muslime und Christen engagieren sich auch in der Gesetzesreform des Landes. Wir müssen einige Gesetze und politische Maßnahmen reformieren, die Frieden und Gerechtigkeit sowie den Schutz der Demokratie und der Menschenrechte nicht begünstigen“, so die Wissenschaftlerin weiter.
“Muslime und Christen arbeiten bereits heute zusammen, um die eigenen religiösen Auslegungen im Sinne des Friedens und der Harmonie zu verbessern", so Mulia weiter. "Wir müssen die religiösen Texte so ändern, dass sie wirklich menschlich sind und zum Aufbau einer Kultur des Friedens, des Gerechtigkeit und der Menschenrechte beitragen. Ganz offen gesagt ist die Interpretation die von vielen islamischen Gemeinden praktiziert wird nicht mit den Prinzipen der Menschenrechte vereinbar, insbesondere mit den Rechten der Frauen und der Gleichberechtigung”.
Die Wissenschaftlerin würdigt den Beitrag des Christentums zur Entwicklung in Indonesien. In dem Land mit den meisten muslimischen Einwohnern weltweit, habe die „christliche Lehre von der gegenseitigen Liebe eine Grundlage für das Land geschaffen, wenn es um den Erhalt des sozialen Friedens und das Entstehen einer soliden Zivilisation geht“. "Christen in ganz Indonesien haben mit ihren religiösen Organisationen, darunter auch Organisationen für Frauen, aktiv zur Entwicklung des Landes beigetragen“, betont die muslimische Menschenrechtsaktivistin.
In Indonesien leben heute rund 30 Millionen Christen. Von den insgesamt 243 Millionen Einwohnern sind fast 200 Millionen Christen (rund 80%).
(SD/AP) (Fides 30/10/2017)


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