AFRIKA/UGANDA - Kardinal Filoni: “Die Kirche braucht keine Bürokraten sondern leidenschaftliche Missionare“

Freitag, 27 Oktober 2017 filoni   ortskirchen   priester   schwestern     missionarische Öffentlichkeitsarbeit   bildung  

J.Lukwago

Kampala (Fides) – Der zweite Punkt des Besuchsprogramms von Kardinal Filoni in Kampala anlässlich der Feiern zum 50jährigen Gründungsjubiläum der Erzdiözese, sah eine Begegnung des Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen im Ggaba National Major Seminary vor. In seiner Ansprache befasste sich der Kardinal mit drei Hauptthemen: missionarische Erneuerung, kirchliche Gemeinschaft und permanente Fortbildung.
“Die persönliche und kirchliche Erneuerung ist eines der Hauptziele jeder Jubiläumsfeier”, so der Kardinal zu Beginn seiner Ansprache: “Ihr seid die Erben der großen Evangelisierungsarbeit der Missionare. Heute liegt ihr Erbe in euren Händen”. In diesem Zusammenhang zitierte der Kardinal Papst Paul VI. der einst in Kampala sagte: “Afrikaner, ihr seid die Missionare eurer selbst”. “Es gibt noch viel zu tun, was die missionarische Begeisterung insbesondere gegenüber anderen afrikanischen Ländern anbelangt. Einige Priester würden gerne als Missionare nach Europa oder in die Vereinigten Staaten gehen, doch sie wären nicht so gerne bereit, an andere schwierige Orte im eigenen Land oder in anderen Ländern Afrikas zu gehen”.
“Evangelisierung geschieht nicht nur innerhalb der Mauern einer Kirche oder einer Schule”, so der Kardinal weiter, sondern auf der Straße. Wir müssen dorthin gehen, wo Menschen sind und das Evangelium an die vergessenen orte, die ‚existenziellen Peripherien’ tragen….wo Menschen auf die Frohe Botschaft Gottes und Barmherzigkeit warten. Die Kirche braucht keine Bürokraten sondern leidenschaftliche Missionare”.
Zum Thema der kirchlichen Gemeinschaft betonte der Kardinal, dass “auf praktischer Ebene die kirchliche Gemeinschaft durch die Treue zum Papst, dem Zentrum der Einheit und dem Band der universalen Gemeinschaft, zum Ausdruck kommt, sowie auch durch die Treue zum Bischof, dem Vater, der die Ortskirche leitet. Es gibt kein wahres Priesteramt, das nicht in der Gemeinschaft mit dem Papst und dem eigenen Bischof ausgeübt wird”.
Als kritischen Faktor bezeichnete der Kardinal den mondänen Geist, der einige Priester dazu verleite, nach Macht, Genuss und wirtschaftlicher Sicherheit zu streben. “Diese Fälle sind ein klares Zeichen dafür, dass sie jeden Sinn für das Gebet verloren haben und ein eigenes Evangelium erfinden, das auf Beliebtheit, direkte Wertschätzung, Geld und das Prestige wichtiger Freundschaften und den Widerstand gegen Anweisungen und Entscheidungen des Bischofs basiert, wenn diese nicht mit den eigenen Vorlieben übereinstimmen”.
Als eine weitere Gefahr für die kirchliche Gemeinschaft bezeichnet der Kardinal den Tribalismus: “Ich möchte euch, liebe Priester und Ordensleute, daran erinnern, dass euer Zeugnis vom friedlichen Zusammenleben unabhängig von der ethnischen Abstammung, enorme Auswirkungen auf die Ausübung eures Amtes hat. Die Menschen wollen sehen, dass ihr euch liebt und achtet und dass ihr als Mannschaft zusammenarbeitet”.
Abschließend erinnerte Kardinal Filoni an die Bedeutung der permanenten Fortbildung als Mittel der persönlichen Erneuerung. “Es ist wichtig, dass die Gläubigen priestern und Ordensleuten begegnen, die wirklich Männer und Frauen Gottes sind, sich dem Gebet widmen und einen reifen und gebildeten Glauben besitzen”.
(SL) (Fides 27/10/2017)


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