ASIEN/IRAK - Spannungen in der Niniveh-Ebene: Irakische Bischöfe rufen zum Dialog auf

Donnerstag, 26 Oktober 2017 mittlerer osten   ostkirchen   flüchtlinge   geopolitik     sektierertum  

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Telkaif (Fides) – Die “Babylon-Brigaden” machen kurdische Peschmerga-Kämpfer für die militärischen Operationen verantwortlich, die die Einwohner der vorwiegend von Christen bewohnten Stadt Telkeif in der Niniveh-Ebene am Abend des 24. Oktober zur Flucht veranlassten. Wie die “Babylon-Brigaden” unter Leitung von Rayan al Kildani betonen, nahmen Peschemerga-Kämpfer die Stadt unter Beschuss und drangen bis ins Zentrum der Stadt vor, wo bei den militärischen Operationen auch Kinder verletzt wurden. Insgesamt verließen bereits über 600 Familien die Stadt, in die sie nach der Befreiung vom IS zurückgekehrt waren. Andere Quellen berichteten, dass die Evakuierung auf Anweisung der irakischen Armee stattgefunden haben soll, die eine Zuspitzung der Gefechte befürchtet. In der Stadt, in der es keinen Strom gibt, bleiben der chaldäische Pfarrer Salar Kajo und einige seiner Mitarbeiter zurück.
Unterdessen bringen die katholischen Bischöfe des Irak am Rande ihrer Jahresversammlung in Bagdad (24. und 25. Oktober) ihre Sorge im Hinblick auf die Spannungen und die Gefahr eines möglichen Konflikts in der Region mit vorwiegend christlichen Siedlungen zum Ausdruck. In ihrem Schlussdokument fordern sie die Verantwortlichen des Landes auf “sich um Frieden und Dialog zu bemühen”. Die Städte und Dörfer der Niniveh-Ebene, so die Bischöfe, dürften nicht zum Streitobjekt zwischen gegnerischen Truppen werden.
(GV (Fides 26/10/2017)


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