ASIEN/INDIEN - Schadenersatz für christliche Opfer in Odisha: Religionsführer fordern Umsetzung des Urteils des Obersten Gerichts

Donnerstag, 26 Oktober 2017 religiöse minderheiten   gewalt   verfolgung   religionsfreiheit   gerechtigkeit   menschenrechte  

Cuttack (Fides) – Christliche Religionsführer und Menschenrechtsaktivisten fordern die Umsetzung des Urteils des Obersten Gerichts über die Neuaufnahme der Ermittlungen und die Schadenersatzzahlungen an Christen in Odisha (Orissa), die Opfer der antichristlichen Gewalt im Jahr 2008 wurden. Bei einem Treffen, das in den vergangenen Tagen im Distrikt Kandhamal stattfand, erinnerten katholische, baptistische und andere Christen daran, dass der Betrag, der an christliche Gewaltopfer ausbezahlt werden soll, bereits zur Verfügung gestellt wurde, weshalb sie die lokale Verwaltung auffordern, die Anweisungen des Gerichts umzusetzen.
Bei einem kurzen Gespräch mit Beamten und mit dem Minderheitsminister der Regierung in Orissa standen auch andere Themen, darunter die Ausgrenzung von christlichen Minderheiten auf der Tagesordnung. In diesem Zusammenhang überreichte die christliche Delegation auch ein Memorandum.
In Kandhamal (Odisha) kam es 2008 zu Massenübergriffen auf die christlichen Gemeinden in der Region. Rund 100 Christen wurden ermordet, 300 Kirchen und 6.000 Wohnungen geplündert und 56.000 Familien vertrieben.
Nach den Übergriffen auf die Christen in Kandhamal, reichte der 2016 verstorbene damalige Erzbischof von Cuttack-Bhubanewar, Raphael Cheenath SVD, eine Anklage beim Obersten Gericht ein und forderte Gerechtigkeit für die Opfer. Mit einem Urteil vom 2. August 2016, legte das Gericht weitere Schadenersatzzahlungen fest: zusätzliche 300,000 Rupien sollen Angehörige von Todesopfern erhalten; für Verletzte sind weitere Zahlungen im Umfang von 10.000 bis 30.000 Rupie vorgesehen; bei Schäden an Häusern oder deren Zerstörung soll die lokale Regierung weitere 50.000 und die Zentralregierung weitere 20.000 Rupie zur Verfügung stellen.
Das Gericht teilt mit, dass Akten in 315 offiziellen Fällen der Gewalt angelegt wurden, doch in nur 78 bisher abgeschlossenen Fällen wurden Urteile gesprochen. Deshalb will das Gericht auch die Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung von Schuldigen wieder neue aufnehmen. Unterdessen soll der Staat Odisha ein Zeugenschutzprogramm auf den Weg bringen, da bisher aus Angst vor Einschüchterungen kaum Aussagen gemacht wurden.
Doch dieses historische Urteil wurde bis jetzt nicht umgesetzt. “Wir fordern eine umgehende Umsetzung des Urteils. Es sind über neuen Jahre seit der Gewalt vergangene und nach einem langen gerichtlichen Kampf ist es an der Zeit, das Urteil umzusetzen”, so die christlichen Religionsvertreter, die eine Wiederaufnahme der Fälle und die Auszahlung der Schadenersatzzahlungen fordern. “Dies wäre Balsam auf den Wunden der Opfer”, heißt es in dem Memorandum, in dem die Delegation auch die Freilassung der sieben unschuldig im Zusammenhang mit dem Mord an dem hinduistischen Anführer Laxmanananda verurteilten Christen fordern.
(SD-PA) (Fides 26/10/2017)


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