AFRIKA/KAMERUN - Bischöfe fordern “Dezentralisierung der Verwaltung anstelle von Unabhängigkeit”

Montag, 2 Oktober 2017 gerechtigkeit   frieden  

Yaoundé (Fides) – Mindestens sieben Menschen starben bei Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizisten in der englischsprachigen Region Kameruns, wo am gestrigen 1. Okotber symbolisch die Unabhängigkeit dieser Gebiete erklärt wurde. Zu Ausschreitungen kam es sowohl im Südwesten als auch im Nordwesten des Landes, wo die Regierung eine Ausgangsperre verhängt und zusätzliche Polizeibeamte stationiert hatte. Die Separatisten hatten das Datum des 1. Oktober ausgewählt, weil am 1. Oktober 1961 die Unabhängigkeit von Großbritannien erklärt wurde, nachdem die französischsprachigen gebiete bereits 1960 unabhängig wurden. Bei einem Referendum wurde ein einziger zweisprachiger Staat beschlossen (vgl. Fides 9/3/2017).
Am Vorabend der Demonstrationen (vgl. Fides 30/9/2017), hatte die bischöfliche Justitia-et-Pax-Kommission in einer Verlautbarung die ablehnende Haltung der Kirche “der gegenüber anhaltenden Krise in der englischsprachigen Region, dem Ausmaß der Protestbewegung und dem Projekt der Unabhängigkeit der Regionen im Nordwesten und Südwesten“ geäußert. Die Kommission bekräftigt den Appell der Kirche “an alle Akteure der Krise mit der Bitte um Friedensbemühungen im Rahmen eines Dialogs” und die Dezentralisierung der Verwaltung.
Die sezessionistische Bewegung fordert die Einführung der englischen Sprache als Unterrichtssprache und Amtssprache und die Anwendung des Common Law an stelle des französische geprägten Rechts.
(L.M.) (Fides 2/10/2017)


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