ASIEN/JAPAN - Kardinal Filoni an japanische Priesteramtskandidaten: “Auch für den Papst ist der Priestermangel Anlass zur Sorge“

Samstag, 23 September 2017   priester   berufungen   evangelisierung  

Tokio (Fides) – Für Papst Franziskus, die Kongregation für die Evangelisierung der Völker und die japanischen Bischöfe sei der Prisetermangel in Japan „Anlass zur Sorge“. Dies betonte Kardinal Filoni, der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, in seine Ansprache an die Priesteramtskandidaten in Tokio am siebten Tag seines Besuchs in Japan.
“Während eure Priester, die ihr Leben bisher in den Dienst der Kirche gestellt haben, älter werden”, so der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker “gibt es keine angemessene Entwicklung bei den Berufungen. Ich wünsche mir, dass ihr als Studierende euch bewusst seid, dass die Zukunft der Kirche auch von eurer großherzigen Hingabe an Gott abhängt”. Diesbezüglich betonte der Kardinal bei seiner Ansprache im Priesterseminar in Tokio auch, dass die Umstände für diejenigen, die sich in einer modernen Stadt wie Tokio mit ihren vielen Möglichkeiten auf das Priesteramt vorbereiten, sie Studierenden “mit einer Situation der ‘Widersprüche zwischen den Werten der Evangeliums und denen der Welt konfrontiert”. Deshalb fordere er sie auf, die Überlegung auf drei „prophetische Zeichen“ zu fokussieren, die das Leben eines Priesters kennzeichnen, der Christus nachfolgt: die freiwillige Armut, der Zölibat und der Gehorsam.
Zu den Eigenschaften eines Geistes der Armut sagte Kardinal Filoni, dass alle Güter, sowohl die materiellen als auch die geistlichen und moralischen, “wie das Wasser des Meeres sind, wenn wir uns in einem Boot befinden. Wenn wir in der Welt leben, dann können wir uns nicht vollständig von ihnen befreien, doch wenn wir ganz in deren Besitz eintauchen, dann wird unser Leben Schiffbruch erleiden”. Im Hinblick auf den Zölibat erinnerte er an dessen „grundlegend eschatologische Bedeutung“ und daran, dass Jesus ihn als einen Lebensstand bezeichnet, der aus Liebe und für das Reich Gottes gewählt wurde. “Mit der Berufung zum geweihten Leben”, so der Kardinal, “seid ihr Zeugen einer authentischen Liebe, die nicht provisorisch ist. In der Tat auch wenn die meisten Mitglieder der Gesellschaft annehmen, dass die ewige Liebe nicht möglich ist, sehen sich doch alle nach einer bedingungslosen und endlosen Liebe. Mit einem authentischen Leben, zeigt ihr der japanischen Gesellschaft, dass die wahre Liebe zu Christus ewig, treu und großzügig ist”.
Im Anschluss an die Begegnung mit den Priesteramtskandidaten, zelebrierte Kardinal Filoni eine heilige Messe in der Kapelle des Seminars am Tag des Fests des heiligen Pater Pio von Pietrelcina. ”Die missionarische Jüngerschaft”, so der Präfekt von Propaganda Fide in seiner Predigt, “entsteht nicht durch Anstrengungen und Leistungen kirchlicher Strukturen, sondern durch einen ‚permanenten Aufbruch’ mit Jesus, fern von der Ideologisierung der Botschaft des Evangeliums und von kirchlichem Funktionalismus”.
(GV) (Fides 23/9/2017).


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