ASIEN/IRAK - Schiitenführer Muktada al-Sadr wird im Vatikan erwartet

Montag, 28 August 2017   bewaffnete gruppen   sektierertum   mittlerer osten   ostkirchen   papst franziskus  

al Arabiya

Bagdad (Fides) – Der schiitische Geistliche Muktada al-Sadr wird im Rahmen eines bevorstehenden Europabesuchs auch den Vatikan besuchen und dort von Papst Franziskus in Audienz empfangen werden. Dies bestätigt der Sprecher des schiitischen Geistlichen, Jaafar al Mussawi in einer offiziellen Verlautbarung. Eine Einladung zu einem Besuch habe Muktada al-Sadr auch von der ägyptischen Regierung erhalten, so der Pressesprecher weitet. Mit seinen Auftritten auf der internationalen Bühne wolle der Schiitenführer sich für den Wiederaufbau des Irak in den seit 2014 von dschihadistischen Milizen gehaltenen einsetzen. Seit dem Sturz des Saddam-Regimes wurde der Name Sadrs – Sohn des bekannten Ayatollah Mohammed Sadeq al Sadr – vorwiegend mit dem Namen der Mahdi-Miliz in Zusammenhang gebracht, die der Schiitenführer gegründet hatte, um die US-amerikanische Armee im Land zu bekämpfen. Die Miliz löste er 2008 auf und heute scheint er nach Angaben von Beobachtern weder zum Iran noch zur schiitischen Regierung im Irak Verbindungen zu unterhalten. In der Vergangenheit hatte Muktada al-Sadr die Abschaffung des “Quoten-Systems” gefordert, das seit dem Tod Saddams die Macht im Irak nach Sektoren aufteilt. Nach der Offensive des Islamischen Staates im Irak und der Eroberung Mossuls und der Befreiung durch möglicherweise rivalisierende Gruppen der von Dschihadisten besetzten Gebiete, sieht sich Muktada al-Sadr als möglicher Vermittler. Vor diesem Hintergrund besuchte er vor kurzem auch Saudi-Arabien, wo er sich mit Prinz Mohammed bin-Salman und anderen Regierungsvertretern zu Gesprächen traf. Im Januar dieses Jahres hatte die chaldäische Politikerin und ehemalige Immigrationsministerin der Übergangsregierung nach dem Sturz des Saddam-Regime, Pascale Warda, begrüßte unterdessen die Stellungnahme Muktada al-Sadr im Hinblick auf die Notwendigkeit der Rückgabe von Häusern und Immobilien, die christlichen Familien in Bagdad, Kirkuk und in anderen Städten illegal entzogen worden waren.
(GV) (Fides 28/9/2017)


Teilen: Facebook Twitter Google Blogger Altri Social Network