ASIEN/INDONESIEN - Asian Youth Day: Junge Menschen haben dem radikalen Islam etwas entgegenzusetzen

Freitag, 4 August 2017 jugendliche   evangelisierung   islam   medien   internet  

Yoyakarta (Fides) – Jugendliche haben eine Schlüsselfunktion, wenn es darum geht, den Sirenen des radikalen Islam in Indonesien und dessen massiver Propaganda im Internet etwas entgegen zu setzen. Dies betont der Medienexperte der islamischen Vereinigung “Nahdlatul Ulama” (NU), Savic Ali, dessen Organisation Pluralismus, interreligiösen Dialog und Menschenrechte fördert. Im Rahmen des Asian Youth Day, der in Yogyakarta noch bis zum kommenden 6. August stattfindet und an dem Jugendliche aus insgesamt 22 asiatischen Ländern teilnehmen, erinnerte Savi Ali daran, dass in Indonesien 100 Millionen Menschen regelmäßig das Internet nuten und dass das Netwerk der sozialen Medien heute die öffentliche Meinung beeinflusst. “Die sozialen Medien sind das neue Schlachtfeld, auf dem der radikale Islam bekämpft werden muss. Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich für Dialog und Demokratie einsetzen, müssen dem radikalen Islam etwas entgegensetzen”, so der Medienexperte.
“Von den 22 am meisten besuchten islamischen Websites in Indonesien”, so Ali, “sind vier konservativ und verbreiten eine eingeschränkte und nicht inklusive Vision des Islam. Die Herausforderung besteht heute darin, auf den Plattformen im Internet koordinierte Aktionen zu fördern, die Toleranz, Dialog, Inklusion, gegenseitigen Respekt, Harmonie der Religionen und in der Gesellschaft im allgemeinen unterstützen“. Dies sei die Aufgabe junger Menschen, die in den sozialen Meiden besonders aktiv sind.
Der Vorsitzende der Kommission für interreligiösen Dialog der indonesischen Bischofskonferenz, Bischof Yohannes Harun Yuwono, betont: “Gott bevorzugt keinen Menschen, er hört zu und versteht das Gebet in allen Sprachen der Welt. Christen und Muslime glauben an den einen Gott, Schöpfer und Vater aller Menschen, Völker und Religionen. Auf dieser Basis können wir das Zusammenleben und die Geschwisterlichkeit aufbauen”.
Der Jesuit Heru Prakosa, Dozent an der katholischen “Sanata Dharma University” in Yogyakarta, erinnert daran, dass im Kontext des modernen Indonesien, das von einer Zunahme des muslimischen Extremismus und der politischen Instrumentalisierung der Religion geprägt ist, “eine gemeinsame Reflexion und gemeinsames Handeln mit Blick auf das Gemeinwohl notwendig sind. Junge Katholiken sind zwar eine Minderheit in den asiatischen Ländern, doch sie dürfen nicht schweigen oder gleichgültig bleiben: sie sind berufen ihren Teil beizutragen und aktiv am Bemühen um Dialog, Aussöhnung, Harmonie im Zeichen des Evangeliums der Geschwisterlichkeit und der Hoffnung mitzuwirken”.
(PA) (Fides 4/8/2017)


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