ASIEN /TERRA SANTA - Nach den Spannungen auf dem Tempelberg „Internationale Konferenz“ zu Jerusalem von der Universität Al Azhar einberufen.

Donnerstag, 27 Juli 2017 heilige stätten   krisengebiete   mittlerer osten   islam  

Radio Vaticana

Kairo (Fidesdienst) – Die Universität Al Azhar, das größte theologisch-akademische Zentrum des sunnitischen Islam gab bekannt, dass sie für September eine internationale Konferenz zu Jerusalem einberufen werde. Dabei sollen „Institutionen und herausragende Organisationen“ über Gegenwart und Zukunft der Heiligen Stadt diskutieren, ausgehend von den jüngsten Spannungen auf dem Tempelberg und an den Heiligen Stätten des Islam. In einer von den ägyptischen Medien verbreiteten Erklärung, bezeichnet al Azhar die jüngsten Maßnahmen der israelischen Behörden als „weder von irgendeinem humanitären noch kulturellen Prinzip gestützt“. Bereits in der vergangenen Woche hat die sunnitische Universität an die internationale Gemeinschaft appelliert, nicht gleichgültig gegenüber den „aggressiven Aktionen“ der israelischen Behörden zu bleiben.
Die neue Eskalation der Spannung in der Tempelberg-Umgebung hatte mit dem bewaffneten Angriff am 14. Juli begonnen, bei dem drei palästinensische Attentäter – die später dann getötet wurden – den Tod von zwei israelischen Soldaten verursacht hatten. Zu den explosiven Reaktionen kam es vor allem wegen der Aufstellung von Metalldetektoren am Zugangstor zum Tempelberg. Danach kam es vermehrt zu Gewalttaten im gesamten Heiligen Land, mit wenigstens 6 Toten (Palästinenser und Israelis) in Jerusalem und im Westjordanland. Mit den Spannungen an den Heiligen Orten der Muslime in Jerusalem ist auch der Angriff auf die israelische Botschaft in Amman verbunden, bei dem zwei Jordanier getötet und ein Israeli schwer verwundet wurden.
Die letzte große, internationale Zusammenkunft, die al Azhar organisiert hatte, war die „Internationale Friedenskonferenz“, deren Höhepunkt am 28. April die Rede von Papst Franziskus war. (GV) (Fidesdienst 27/7/2017).


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