ASIEN/IRAQ - “Erziehungs-Camp“ für die Familien der Jihadisten in einem christlichen Dorf in der Ninive-Ebene eingerichtet

Dienstag, 18 Juli 2017 dschihadisten   ostkirchen   mittlerer osten   menschenrechte   flüchtlinge  

ankawa.com

Bartella ( Fidesdienst) – Nach der Eroberung von Mosul, haben die irakischen Sicherheitskräfte mindestens 170 Familien in ein „Erziehungs-Camp“ gebracht. Diese Familien teilweise mit dem selbsternannten Islamischen Staat (Daesh) assoziiert sein. Das Camp wurde im Dorf Bartella eingerichtet, genau in der Gegend der Ninive-Ebene, wo einheimische Christengemeinden konzentriert waren, bevor sie während der Jihadisten-Offensive vom Sommer 2014 die Flucht ergreifen mussten.
Bereits am 19. Juni hatte der Distriktrat von Mosul die Errichtung von Camps verfügt, wo die Familien, die unter dem Verdacht standen Verbindung zu den jihadistischen Milizen zu unterhalten, an ideologischen und psychologischen Umerziehungsprogrammen teilnehmen mussten, um später eventuell in das Gesellschaftsgefüge wieder eingegliedert zu werden. Das Camp von Bartella, das 1e km von Mosul entfernt liegt, wurde am 9. Juli eröffnet. Nach Berichten von Human Rights Watch, ließen die Sammelaktionen und Deportationen der verdächtigen Familien Misshandlungen und Gewaltanwendung als eine Art Kollektivstrafe vermuten, wobei kein Unterschied gemacht wurde zwischen tatsächlichen Daesh-Anhängern und solchen Personen, die die „Neue Ordnung“ in den Gebieten gezwungen mitzumachen, die vom Daesh erobert worden waren.
Das bei Bartelle eingerichtete Camp kann 2800 Familien aufnehmen. Vertreter von humanitären Organisationen konnten bei Besuchen im Camp feststellen, dass bisher dort fast nur Frauen, Kinder und Jugendliche aufgenommen sind, wie einige Jugendliche ohne Eltern. Die Struktur verfügt über eine Krankenstation, aber z.Zt. gibt es dort keinerlei psychologische oder erzieherische Betreuung für Minderjährige und ihre Mütter.
Bartella, bekannt als ein Siedlungszentrum der christlichen syro-orthodoxen Gemeinde, wurde im Oktober 2016 der Kontrolle des Daesh entzogen und jetzt garantieren für die Sicherheit des Territoriums auch Schutzeinheiten der Ninive-Ebene, eine lokale Miliz , in der auch zahlreiche einheimische Christen tätig sind. (GV) ( Fidesdienst18/7/2017)


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