ASIEN/INDIEN - Präsidentschaftswahl: zwei Kandidaten aus dem Volk der Dalit stehen sich gegenüber

Freitag, 7 Juli 2017 dalit   religiöse minderheiten   ethnische minderheiten   politik   menschenrechte   hinduismus   gewalt     zivilgesellschaft  

New Delhi (Fides) – Zwei Vertreter der Dalit (die so genannten “Kastenlosen” oder “Unberührbaren”), ein Mann und eine Frau, bewerben sich bei der Wahl am kommenden 17. Juli. um das Amt des indischen Präsidenten. In Indien hat der Präsident rein repräsentative Aufgaben an der Seite der Regierung unter einem Ministerpräsidenten. Gewählt wird der Präsident von den Abgeordneten des Landes und den Parlamenten der verschiedenen Staaten der Föderation für eine Amtszeit von fünf Jahren.
Die beiden wichtigsten politischen Bündnisse, die Demokratische Allianz (NDA) des derzeitigen Ministerpräsidenten Narendra Modi und die United Progressive Alliance (UPA) unter Federführung der Kongresspartei stellten ihre Kandidaten vor. In beiden Fällen handelt es sich um Vertreter des Volkes der Dalit.
Der Kandidat der NDA heißt Ram Nath Kovind und war Abgeordneter und Gouverneur des Staates Bihar. Bei der Kandidatin des Oppositionsbündnisses handelt es sich um Meira Kumar, ehemalige Vorsitzende des Parlaments und Anwältin.
“Man darf die Präsidentenwahl nicht als Wettbewerb zwischen zwei Dalit oder einem Mann und einer Frau betrachten”, so P. Suresh Mathew OFM Cap, „Vielmehr stehen sich zwei sehr unterschiedliche Ideologien gegenüber. Kovind steht auf der Seite radikaler Hinduisten, Kumar vertritt die Ideale und die Werte unserer säkularen Verfassung”.
“Ram Nath Kovind weiß wahrscheinlich nicht, dass die erste Moschee in Indien gebaut wurde, als der Prophet und dass das Christentum von einem der Jünger Jesu in das Land gebracht wurde”, der christliche Politikwissenschaftler, A.J. Philip, in diesem Zusammenhang, „Der Präsident sollte über die Verfassung wachen. Dies ist ein Amt, das Weisheit, Liebe zum Volk und Unparteilichkeit voraussetzt. Der Sieger dieser Wahl muss in jedem Moment die Verfassung als Grundlage seines Handelns betrachten”.
“Die Tatsche, dass es sich bei beiden Kandidaten um Dalit handelt” so der katholische Journalist und Menschenrechtsaktivist John Dayal, „lässt vermuten, dass der neue Präsident mir als jeder andere in Indien, die Probleme verstehen wird, die mit der Zugehörigkeit zu Kasten in Verbindung stehen. Denn Dalit werden im Land immer noch Opfer von Gewalt”.
“Wir wünschen uns von dem Favoriten Kovin”, so Dayal weiter, dass er an muslimische und christliche Bürger denkt, die als ‘Anhänger ausländischer Religionen’ betrachtet werden. Werden sie auch in Zukunft als vollwertige Bürger ihren Glauben frei praktizieren können?”.
Nach Angaben von Beobachtern befürworten religiöse Minderheiten in Indien Meira Kumar, da sie hoffen, dass sie als Frau für die Verfassung und die darin festgelegten Rechte garantiert, die oft nicht respektiert oder angewandt werden.
(PN-PA) (Fides 7/7/2017)


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