AFRIKA/ÄGYPTEN - Al-Azhar-Universität legt Gesetzentwurf gegen Gewalt und Hasskampagnen im Namen der Religion vor

Montag, 26 Juni 2017 sektierertum   extremismus   islam   mittlerer osten   menschenrechte  

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Kairo (Fides) – Die Wissenschaftler der sunnitischen Al-Azhar-Universität legten Ende vergangener Woche beim Amt des ägyptischen Präsidenten einen Gesetzentwurf gegen Gewalt und Hasspropaganda im Namen der Religion vor. Dies teilte der Großimam der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al Tayyib, Grande Imam di al Azhar mit. Dabei erklärte er, man wolle mit dem Gesetzentwurf die völlige Unvereinbarkeit von Gewalt mit der islamlistischen Religion und islamischen Gesetzen bekräftigen. Man wolle Kundgebungen des Hasses und der Intoleranz extremistischer Gruppen verhindern und das Prinzip der Staatsbürgerschaft als Grundlage des friedlichen und fruchtbaren Zusammenlebens unter Mitbürgern verschiedener Religionen wieder einführen.
Der Ausschuss, der den Gesetzentwurf formulierte wurde vom Rechtsberater des Großimams, Mohamed Abdel Salam, geleitet. Seit dem vergangnen 13. Mai befasste er sich zusammen mit fünf weiteren Wissenschaftlern aus verschiedenen juridischen Bereichen mit dem Entwurf. Bei der Redaktion des Entwurfs wurden verschieden internationale Texte herangezogen, darunter die universale Menschenrechtserklärung. Außerdem basiert der Entwurf auf der ägyptischen Verfassung und dem ägyptischen Strafrecht. Der Entwurf enthält keine Details zu eventuellen Strafen für religiöse Hasskampagnen oder Verbrechen im Zusammenhang mit religiösen Motiven. Diese Strafen sollen die ägyptischen Justizbehörden festlegen.
(GV) (Fides 26/6/2017).


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