AFRIKA/D. R. KONGO - Nuntiatur veröffentlicht Dossier zur Gewalt in Kasai und zählt 3.383 Opfer

Dienstag, 20 Juni 2017 gewalt   massaker   bischöfe  

Kinshasa (Fides)- In den verschiedenen Kirchsprengeln der Region Kasai in der Demokratischen Republik Kongo gab es nach Angaben der Apostolischen Nuntiatur in Kinshasa seit Oktober 2016 insgesamt 3.383 Opfer. In der Region Kasai bekämpfen sich die Soldaten der kongolesischen Armee (FARDC) und Milizionäre des verstorbenen Häuptlings Kamuina Nsapu, der bei Gefechten mit der Polizei im August 2016 ums Leben kam.
Wie die Vatikanvertretung mitteilt wurden 30 Massengräber gefunden, 20 Dörfer völlig zerstört, davon die Hälfte von den Soldaten der FARDC, 4 von Anhängern der Milizen und 6 von anderen bewaffneten Gruppen. Insgesamt 3.698 Häuser wurden verwüstet.
Die Kirche ist selbst Opfer der Gewalt: 4 Kirchsprengel sind betroffen. Es handelt sich um Kananga, Mbuji-Mayi, Luiza und Luebo. Am Rande gilt dies auch für die Diözesen Mweka und Kolwezi. Zwei Bischöfe mussten fliehen und leben im Exil: Bischof Félicien Mwanama Galumbulula von Luiza und Bischof Pierre-Célestin Tshitoko Mamba von Luebo, dessen bischöfliche Residenz verwüstet wurde. Insgesamt mussten 60 Pfarreien schließen oder wurden beschädigt, 34 Ordenshäuser mussten schließen oder sind beschädigt, 31 kirchliche Gesundheitseinrichtungen sind betroffen und 141 katholische Schulen mussten schließen oder sind beschädigt, insgesamt 5 Seminare mussten schließen, davon 2 Große Seminare. Die Vatikanvertretung legte ihr Dossier bei der Regierung und den anderen diplomatischen Vertretungen in Kinshasa vor.
(L.M.) (Fides 20/6/2017)


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