AFRIKA/SAMBIA - Christliche Kirchen warnen: “Sambia ist auf dem Weg zur Diktatur”

Dienstag, 20 Juni 2017 politik   Ökumene  

Lusaka (Fides) – Sambia sei auf dem Weg zur Diktatur, so der Council of Churches in Zambia (CCZ), die Evangelical Fellowship of Zambia (EFZ) und die Zambia Conference of Catholic Bishops (ZCCB) in einer gemeinsamen Verlautbarung.
“Institutionelle Gewalt ist ein grundlegendes Prinzip der Diktatur”, heißt es in der Verlautbarung, die auch Erzbischof Telesphore George Mpundu von Lusaka in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz (ZCCB) unterzeichnete.
Unter anderem verurteilen die christlichen Religionsvertreter die brutale nächtliche Festnahme von Hakainde Hichilema wegen Staatsverrat, nachdem er einen Autokorso von Präsident Edgar Lungu an der Weiterfahrt hinderte (vgl. Fides 27/4/2017). “Nur die älteren Bürger, die über 60 Jahre alt sind, erinnern sich noch an die brutalen Methoden der Festnahme zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft”, heißt es in der Erklärung. “Die Briten haben das Land vor 53 Jahren verlassen, doch heute werden dieselben Methoden zur Einschüchterung der Bevölkerung eingesetzt”, so die Religionsvertreter im Zusammenhang mit der Festnahme Hichilemas, die sie als „unmenschlich“ bezeichnen.
Dass es im Land 80 unabhängige Radiosender, Online-Zeitungen und Fernsehsender gebe, heiße nicht, dass Pressefreiheit garantiert wird. “Pressefreiheit heißt, dass die Medien ihre Arbeit ohne furcht vor Einschüchterung und Bedrohung ausüben können” damit sie eine Kontrollfunktion gegenüber der Regierung einnehmen können, “ohne sich aus Angst vor Schließungen, Festnahmen und Überfällen”.
“Wir erwarten von Präsident Lungu, dass er als Präsident der Republik die Interessen aller Bürger schützt und nicht nur die Interessen seiner Partei. Er ist der Wächter aller Sambier ohne Unterschied”, so die christlichen Religionsvertreter abschließend.
(L.M.) (Fides 20/6/2017)


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