AMERIKA/PARAGUAY - Fünf Jahre nach dem Massaker von Curuguaty kritisiert Bischof Medina das Verhalten des ehemaligen Präsidenten Lugo

Samstag, 17 Juni 2017 politik   eingeborene   gewalt  

Canindeyú (Fides) – Der emeritierte Bischof von San Juan Bautista de las Misiones, Mario Melanio Medina Salinas, nahm am vergangenen Donnerstag, den 15. Juni an einer Gedenkfeier zur Erinnerung an das Massaker in Curuguaty vor fünf Jahren teil. Am 15. Juni 2012 kamen bei der Räumung von Grundstücken in Marina Cué insgesamt 17 Menschen ums Leben, davon 11 Bauern und 6 Polizisten. Die einheimischen Bauern hatten die Grundstücke besetzt und forderten die Übertragung der staatlichen Grundstücke an die Landwirte, während das Unternehmen Campos Morumbi, des inzwischen Verstorbenen Senators Blas Riquelme als Eigentümer der Grundstücke auftrat (vgl. Fides 13/06/2016; 18/06/2012).
Anlässlich der Gedenkfeier übte Bischof Medina Kritik am Verhalten des damaligen Präsidenten und heutigen Senators Fernando Lugo und betonte, dass er seine Versprechen nicht eingehalten habe. In einem Interview mit der in Canindeyú erscheinenden Tageszeitung "Ultima Hora", betonte er am Rande der Feierlichkeiten: “Als Präsident hat er nichts für die Bauern getan und auch die Agrarreform zugunsten der Indios wurde nicht auf den Weg gebracht. Welche Projekte hat er nun als Senator für Curuguaty oder Guahory eingereicht? Nicht ein einziges".
Während die Gedenkfeiern zur Erinnerung an den 5. Jahrestag des Massakers stattfinden, das bis heute nicht vollständig aufgeklärt wurde, weshalb es heute noch im Mittelpunkt von Landrechtskonflikten in Paraguay steht, wurde Fernando Lugo zum Senatspräsidenten ernannt. Sein Vorgänger in diesem Amt, hatte die Ereignisse wiederholt öffentlich als Massaker bezeichnet und Lugo dafür verantwortlich gemacht. Aus diesem Grund wurde er von Lugo selbst des Amtes enthoben.
(CE) (Fides, 17/06/2017)



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