AFRIKA/SOMALIA - Bischof Bertin: “Stammesrivalitäten und wirtschaftliche Gründe begünstigen Islamischen Staat“

Montag, 29 Mai 2017 bewaffnete gruppen  

Mogadischu (Fides) - “Nachdem was mir berichtet wurde, soll der Islamische Staat besser bezahlen, weshalb es für ihn angesichts der aktuellen Krise in Somalia, ein leichtes ist, Kämpfer zu rekrutieren”, so der Apostolische Administrator von Mogadischu, Bischof Giorgio Bertin von Dschibuti, nach dem Selbstmordattentat in Bosaso vom vergangenen 24. Mai, zu dem sich der Islamische Staat bekannte. Bei dem Attentat gab es mindestens fünf tote. “Es muss berücksichtigt werden, dass es in den Reihen der Shabaab-Milizen auch immer wieder Probleme infolge von internen Stammeskonflikten gibt. Es würde mich nicht wundern, wenn Shabaab-kämpfer sich vom Islamischen Staat rekrutieren lassen, weil sie nicht mit den eigenen Anführern einverstanden sind oder weil es wirtschaftliche Gründen“, so Bischof Bertin.
“Von einer Präsenz des Islamischen Staates in Somalia wird seit über einem Jahr gesprochen, im allgemeinen geht es um die Region Puntland, wo sich auch Bosaso befindet”, so der Bischof weiter.
In der halbautonomen Region Il Puntland gibt es einen langen Küstenstreifen, der in der Vergangenheit vor allem wegen Piraterei bekannt war. “In einer Region wie dieser, die für Geschäfte jeder Art offen ist, ist es auch für den Islamischen Staat einfach, sich niederzulassen”, betont Bischof Bertin. “Es könnte auch sein, dass zwischen der Niederlassung des Islamischen Staates in Puntland und der erneuten Zunahme der Piraterei ein Zusammenhang besteht. Das ist jedoch nicht gesagt“, so der Bischof abschließend, „Es sollte berücksichtigt werden, dass auch die Hungersnot im Horn von Afrika, mehr Menschen bereits sind, es wieder mit der Piraterei zu versuchen”. (L.M.) (Fides 29/5/2017)


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